<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Bei manchen Hunden und Katzen funktioniert die direkte Tablettengabe gut: Man öffnet das Maul, legt die Tablette oder Kapsel weit hinten auf die Zunge, schließt das Maul und fördert das Schlucken, indem man ruhig den Hals streichelt und abwartet. Bei einigen Tieren ist diese Methode allerdings undenkbar.<BR /><BR />Wer die Tablette ins Futter mischen möchte, sollte nur eine geringe Menge anbieten, damit die Ration komplett gefressen wird. Wichtig: Unbedingt prüfen, ob der Hund oder die Katze die Medizin auch gefressen und nicht ausgespuckt hat. <BR /><BR />Bleibt das Medikament im Fressnapf, kann der Leckerli-Trick funktionieren: Ein Leckerli geben, dann eines mit Pille verabreichen, danach gleich wieder eines ohne. Meist schlucken die Tiere die Leckerlis so nämlich schneller und sind auch nicht so skeptisch gegenüber dem einen Leckerli. <BR /><BR />Als Tabletten-Leckerli eignen sich ein Stück Nassfutter oder Trockenfutter. Noch besser jedoch ist etwas, in das die Tablette eingehüllt werden kann: Ein Stück Käse, Schinken oder Wurst (alternativ ein Stück gekochtes Hühnchen) eignen sich in diesem Fall. <BR /><BR />Für besonders hartnäckige Fälle kann man Butter probieren: Einfach die Tablette oder Kapsel in reichlich Butter einhüllen. Wichtig: Nicht außen mit dem Medikament verschmieren, das merken die Tiere schnell und verweigern das Leckerli oder spucken es wieder aus.<h3> Zerkleinern oder auflösen</h3>Der Leckerli-Trick funktioniert nicht? Dann kommt das Zerteilen oder Zermahlen infrage. Aber Achtung: Man darf die Tablette nicht einfach zerkleinern oder den Inhalt aus der Kapsel leeren und das Medikament so verabreichen. Einige Wirkstoffe müssen sich nämlich erst im Darm auflösen und sind deswegen mit einem Überzug gegen Magensäure geschützt. Oder aber sie schmecken unangenehm und sind deswegen überzogen. <BR /><BR />Manche wirken nicht so gut oder sind schlechter verträglich, wenn man sie zerkleinert. Aus diesem Grund sollte man diese Methode nur anwenden, wenn man vorab mit seinem Tierarzt darüber gesprochen hat. <BR /><BR />Gibt dieser das Ok, kann ein spezieller Pillencutter helfen, die Tabletten zu zerteilen. Alternativ kann man sie mit einem Mörser zermahlen. Danach wird das Pulver ins Futter gemischt (am besten Nassfutter oder etwas aufgeweichtes Futter). <BR /><BR />Eine weitere Möglichkeit ist das Verabreichen des Pulvers direkt ins Maul: Dazu das Pulver in Wasser auflösen und mit einer Plastikspritze (ohne Nadel) direkt eingeben. Idealerweise hinter den Eckzähnen – die Lefzen sollten dabei mit der Hand mitgeführt werden, damit der Hund oder die Katze nicht zubeißen kann. Dann wird der Inhalt langsam eingegeben, damit die Tiere die Flüssigkeit gut schlucken können. <h3> Bei Kleintieren</h3>Wer Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Co. Tabletten verabreichen muss, kann sie nicht gut im Futter verstecken. Besser ist in diesem Fall das Verabreichen der Flüssigkeit mit einer kleinen Spritze. Dafür verwendet man eine kleine Spritzengröße (je nach Dosis und immer in Absprache mit dem Tierarzt) und spritzt die Flüssigkeit ebenfalls seitlich ins Maul. Das muss sehr langsam erfolgen – ggf. kann man Pausen machen. <BR /><BR />Auf keinen Fall darf die Flüssigkeit in die Atemwege gelangen. Bei Kleintieren ist es zudem sehr wichtig, ruhig vorzugehen, um Stress zu minimieren. Man nimmt sie nicht auf den Arm, sondern fixiert sie sicher und vorsichtig auf dem Boden.<BR /><BR /><b>Wichtig:</b> Wenn keiner der Tipps hilft, sollte man seinen Tierarzt nach Alternativen zur Tablette/Kapsel fragen – am besten noch, bevor man einen täglichen Kampf austrägt.