Sonntag, 29. Januar 2017

Heftige Kritik an May für späte Reaktion auf Trumps Einreiseverbote

Die britische Premierministerin Theresa May muss wegen ihrer späten Reaktion auf die umstrittenen Einreiseverbote von US-Präsident Donald Trump heftige Kritik einstecken.

Theresa May
Theresa May - Foto: © LaPresse

Das Büro der britischen Premierministerin hatte sich erst in der Nacht auf Sonntag in einer Erklärung von Trumps Einreisepolitik distanziert. Viel zu spät, fanden Kritiker.

Gelegenheit habe May bereits am Samstag während einer Pressekonferenz in Ankara nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten gehabt. Sie hatte jedoch auf mehrfaches Nachfragen von Journalisten ausweichend geantwortet.

Die konservative Abgeordnete Heidi Allen sagte der BBC am Sonntag: „Sie hätte meiner Meinung nach mutiger sein sollen, an Ort und Stelle etwas zu sagen.“ Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon twitterte: „Die Premierministerin hätte das gleich sagen sollen, als sie danach gefragt wurde, nicht erst Stunden später unter Druck.“

Nadhim Zahawi, der ebenfalls für die konservative Partei im britischen Unterhaus sitzt, sagte der BBC am Sonntag, das Einreiseverbot sei „erniedrigend“ und „enorm diskriminierend“. Zahawi, der im Irak geboren wurde, ist nach eigenen Angaben selbst betroffen. Er könne seine beiden Söhne, die in den USA studieren, derzeit nicht besuchen.

Trump hatte weitreichende Einreisebeschränkungen verfügt, um „radikale islamische Terroristen“ aus den USA fernzuhalten. Das befristete Einreiseverbot gilt für alle Flüchtlinge und Staatsbürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern.

apa/dpa

stol