Freitag, 06. Mai 2016

Hellenstainers Laasardo

Wenn sich kerniger Rückenspeck vom italienischen Fettschwein und edler Laaser Marmor begegnen, entsteht ein kulinarischer Leckerbissen der besonderen Art. Davon konnten sich am 5. Mai zahlreiche Gäste überzeugen, die der Einladung an die Brixner Landesberufsschule "Emma Hellenstainer" gefolgt waren.

Hellenstainers Laasardo - ein leckeres Geschenk für die Gäste
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Hellenstainers Laasardo - ein leckeres Geschenk für die Gäste

Direktorin Brigitte Gasser Da Rui begrüßte in angenehm ungezwungener Atmosphäre die Vertreter/innen der Innungen, aus Politik und Presse sowie ganz besonders die Metzgerlehrlinge und bedankte sich bei ihrer Kollegin Virginia Tanzer für die reibungslose Zusammenarbeit "So glatt kann ein Projekt kaum laufen."

Die Direktorin der Fachschule für Steinbearbeitung Laas sprach von der Freude am gemeinsamen Tüfteln und Fachsimpeln. "Der Laaser Marmor ist als ganz besonderer Stein bekannt und die Emma Hellenstainer steht in Südtirol für Genuss. Durch das Zusammenspiel der beiden Elemente kann nur Gutes entstehen."

Der Fachlehrer für Steinmetze, Andreas Wieser, und der Fachlehrer für Metzger, Manfred Fill, erläuterten die Vorgehensweise im Projekt und die Besonderheiten von Marmor bzw. Lardo. "Die Herstellung von 'Hellenstainers Laasardo' war ein Abenteuer." In Anlehnung an den "Lardo di Colonnata" haben die Metzgerfachlehrer der Hellenstainer Lardo produziert, der in Behältern aus Laaser Marmor – hergestellt von den Kollegen der Laaser Fachschule – gereift ist.

Das Rezept für den bekannten Lardo die Colonnata, der mindestens 6 Monate lang in Carrara-Marmor reift, wird in der Toskana gut gehütet und fast jede Familie hat ihre eigene Gewürzmischung und ganz spezielle Rezeptur. So gelang der 1. Versuch der engagierten Lehrer nur mittelmäßig gut. Der 2. Versuch im Jahr 2014 war schon besser und der zur Verkostung aus der Marmorkiste geholte Laasardo zerging den Hellenstainer-Gästen nur so auf der Zunge.

Der Bürgermeister von Laas, Andreas Tappeiner, freute sich über die Initiative und Paula Bacher, Stadträtin der Gemeinde Brixen, beglückwünschte die Projektpartner zu ihrem Engagement und ihrer Begeisterung.

"Wir wollten ein Produkt schaffen, das markt- und alltagstauglich ist, aber als Schule möchten wir unseren Partnern in der Wirtschaft keine Konkurrenz machen", so Brigitte Gasser Da Rui. "Gerne stellen wir unsere Erfahrung zur Verfügung und wer weiß, vielleicht wird aus 'Hellenstainers Laasardo' irgendwann ein Südtiroler Produkt." Und Manfred Fill ergänzt "Der Lardo wird aus dem Rückenfett des Fettschweins gewonnen. Dabei handelt es sich um alte Rassen, wie z. B. die Cinta Senese, die es in Südtirol aber nicht mehr gibt. Es wäre wünschenswert, wenn auch bei uns die Bauern sich wieder auf alte Rassen besinnen, dann können wir ein echtes Südtiroler Produkt daraus machen."

Im Anschluss an die Projektvorstellung verweilten die Gäste noch länger und genossen ein kleines 5-Gänge-Menü auf Lardo-Basis, zubereitet von der 2 B Fachschule Kochen mit den Kochfachlehrpersonen Josef Villscheider und Simone Grün, und professionell serviert von der 2. Klasse der Servierlehrlinge, mit den Servierfachlehrern Waldemar Posch und Peter Gamper.

Elisabeth Stürz, Brixen

stol