Mittwoch, 25. Juli 2018

Heute ist Jakobstag: Hype um Jakobswege

Der Jakobstag - auch St. Jakob, Jakobus oder Jakobi genannt - findet am 25. Juli 2018 als Festtag für Jakobus den Älteren, Bruder des Evangelisten Johannes, statt. Der Tag wird in der katholischen Kirche seit dem 8. Jahrhundert zu diesem Datum gefeiert, an dem im Mittelalter in Europa oft Erntefeste oder eine Kirmes gefeiert wurden. Die Jakobswege sind populär und haben den Pilgerort Santiago de Compostela in Spanien zum Ziel.

Waren auch Sie schon auf dem Jakobsweg unterwegs? Im Bild: Santiago de Compostela
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Waren auch Sie schon auf dem Jakobsweg unterwegs? Im Bild: Santiago de Compostela - Foto: © shutterstock

Jakobus der Ältere starb etwa 44 nach Christus und ist eine Gestalt des Neuen Testaments. Er zählt zu den zwölf Aposteln Jesu Christi. Zu Jakobus bestehen vor allem in Spanien viele Legenden. Danach habe er nach Christi Himmelfahrt Jünger mit der Prophezeiung geworben, dass er nach seinem Tod Unzählige bekehren werde. Als er aufgrund von Misserfolgen bei dieser Reise verzweifelt aufgeben wollte, habe ihm die Jungfrau Maria ihre Unterstützung zugesichert.

Nach einer anderen Legende übergaben seine Jünger den Leichnam des Apostels nach der Enthauptung einem Schiff ohne Besatzung, das später im Nordwesten Spaniens ankam. Helfer setzten ihn im Landesinneren bei und das Grab geriet in Vergessenheit. Nach der Wiederentdeckung im 9. Jahrhundert wurde darüber eine Kapelle, später eine Kirche und schließlich die Kathedrale errichtet, um die herum sich der Pilgerort Santiago de Compostela entwickelte und zu der die Jakobswege führen. 

Jakobsweg

Eigentlich versteht man unter dem „Jakobsweg“ den so genannten „Camino Francés“, den Hauptweg durch Nordspanien. Die meisten Pilger gehen den „Französischen Weg“ ab St. Jean Pied de Port und beginnen ihn somit in Frankreich, ganz nahe der spanischen Grenze. Darum auch sein Name. Er führt von den Pyrenäen zum Jakobsgrab und verbindet die Königsstädte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León miteinander. Diese Route, so wie sie heute noch begangen wird, entstand in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts.

Als Jakobsweg wird aber auch eine Vielzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) zum Ziel haben. 

Wiederbelebung des Weges in den 70-ger Jahren

Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts, der im Jakobsbuch (lateinisch Liber Sancti Jacobi), der Hauptquelle zur Jakobusverehrung im Hochmittelalter, enthalten ist, nannte für den französischen Raum vier weitere Wege, die sich im Umfeld der Pyrenäen zu einem Strang vereinigen. Nach der Wiederbelebung der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela in den 1970er und 1980er Jahren wurde der spanische Hauptweg 1993 in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. 1998 erhielten auch die vier im Liber Sancti Jacobi beschriebenen französischen Wege diesen Titel. Zuvor schon hatte der Europarat im Jahre 1987 die Wege der Jakobspilger in ganz Europa zur europäischen Kulturroute erhoben und ihre Identifizierung empfohlen.

Besondere Aufmerksamkeit durch Hape Kerkeling

„Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg“ hieß der Reisebericht des deutschen Entertainers Hape Kerkeling und löste damit einen wahren Jakobsweg-Hype aus. Plötzlich wollten alle los. Kerkeling beschrieb darin die Erlebnisse seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela im Jahr 2001. Auslöser für seine Entscheidung, den Jakobsweg zu gehen, war ein Hörsturz sowie die Entfernung seiner Gallenblase. Das Buch war 103 Wochen lang in den Jahren 2006 bis 2008 auf dem Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. 

stol

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