Mittwoch, 13. Mai 2015

HGV: Ausbildung von Lehrlingen attraktiver machen

Ministerpräsident Matteo Renzi hat jüngst bei seinem Aufenthalt in Bozen das duale Ausbildungssystem als gesamtstaatlich anzustrebendes Modell bezeichnet.

HGV-Präsident Manfred Pinzger. Foto: allesfoto.com.
Badge Local
HGV-Präsident Manfred Pinzger. Foto: allesfoto.com.

Diese Aussage nahm der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) zum Anlass, um in einem Schreiben an Ministerpräsident Matteo Renzi darauf hinzuweisen, dass die Ausbildung von Lehrlingen in Betrieben noch attraktiver gemacht werden müsse.

Hierfür sei es auch erforderlich, die betrieblichen Kosten der Lehrlingsausbildung zu überdenken und jenen der angrenzenden Länder mit demselben Ausbildungssystem, wie etwa Österreich, Deutschland und der Schweiz, anzugleichen.

„Damit das duale Ausbildungssystem weiterhin Früchte tragen kann, ist es notwendig, den Arbeitsmarkt flexibler und unbürokratischer zu gestalten und diesen an die Anforderungen des europäischen Marktes anzupassen“, schreibt HGV-Präsident Manfred Pinzger an den Ministerpräsidenten. Gerade im Hotel- und Gastgewerbe ist jährlich ein stetiger Zuwachs von Lehrlingen zu verzeichnen, die im Rahmen der dualen Ausbildung von den Betrieben fachgerecht ausgebildet werden. Diesbezüglich fallen bei den Betrieben aber unverhältnismäßig hohe Kosten und bürokratische Auflagen an. Beispielsweise verdient ein Kochlehrling in Südtirol im dritten Ausbildungsjahr monatlich rund 1.250 Euro netto.

Im Vergleich dazu kostet derselbe Kochlehrling einem Gastbetrieb im deutschsprachigen Ausland durchschnittlich 40 Prozent weniger. „Insofern muss überlegt werden, die Betriebe bei der Ausbildung von Lehrlingen zu entlasten, um die betriebswirtschaftliche Rentabilität der dualen Lehrlingsausbildung auch garantieren zu können“, heißt es im Schreiben des HGV an Ministerpräsident Renzi.

HGV Pressedienst, Bozen

stol