<b>Von Petra Schwienbacher</b><BR /><BR />Wölfe, wildlebende Hunde und auch einige unsere Haustiere fressen Gras, Erde, Baumrinden, Kräuter oder Insekten. Und das ist zunächst auch kein Grund zur Besorgnis.<h3> Hund frisst Gras</h3>Es gibt viele Theorien, warum Hunde Gras fressen. Es kann daran liegen, dass sie Verdauungsprobleme haben oder über die Ernährung zu wenig Rohfaser aufnehmen. Kleine Mengen sind für gesunde Hunde unproblematisch und müssen nicht weiter beachtet werden.<BR /><BR />An Straßen und auf Feldern, auf denen möglicherweise Pflanzenschutzmittel und Dünger ausgebracht werden, sollte das Grasfressen verhindert werden. Zudem sollte der Hund keine scharfkantigen Gräser fressen.<BR /><BR />Gedanken machen sollten sich Hundebesitzer, wenn der Vierbeiner regelmäßig sehr viel Gras frisst oder Symptome wie Erbrechen oder Durchfall dazukommen. Dann sollte ein Tierarzt abklären, ob der Hund möglicherweise an einer Magen-Darm-Erkrankung oder Allergie leidet. Auch Stress kann Auslöser sein, wenn ein Hund viel Gras frisst.<h3> Hund frisst Kot</h3>Für Halter eklig, für Hunde attraktiv: Gelegentlich Kot zu fressen ist evolutionsbedingt normal und wie das Grasfressen erst mal kein Grund zur Sorge. Vermutungen für die Ursachen gibt es viele. Bei einigen Hunden ist die Neigung zur sogenannten Koprophagie angeboren, auch bei Hündinnen, die erst geworfen haben, ist das Fressen des Kotes ihrer Welpen normal. Ebenso bei Welpen. Sie nutzen das Kotfressen zum Aufbau ihrer Darmflora. <BR /><BR />Bei erwachsenen Hunden können die Ursachen zu wenig Nährstoffe oder zu wenig Futter sein. Irgendwann kommt es dabei zu schweren Mangelerscheinungen und der Hund versucht die fehlenden Stoffe über das Fressen von Kot aufzunehmen. Ebenso ursächlich kann ein Ungleichgewicht der Darmflora des Hundes sein (verursacht durch Antibiotika, falsche Fütterung oder Stress), ein Parasitenbefall oder Erkrankungen des Verdauungssystems wie bakterielle Infektionen, chronische exokrine Pankreasinsuffizienz (CPI) oder Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüsenunterfunktion). (Anm. der Autorin: Letztere war bei meiner Hündin beispielsweise die Ursache für plötzliches Kotfressen und auffällig starkes Insektenfressen.)<BR /><BR />Erforscht wird zudem die Koprophagie als Verhaltensstörung. Kotfressen wird nämlich häufig auch von verhaltensgestörten Hunden gezeigt, beispielsweise Vierbeinern, die dauerhaft im Zwinger gehalten werden.<h3> Achtung Gift</h3>Wer einen Hund hat, der alles in Nullkommanichts verschlingt, was ihm in die Quere kommt, sollte ihn trainieren. Denn es kann schnell gefährlich werden, wenn er beispielsweise einen vergifteten Köder aufnimmt.<BR />• Freudiges Ausgeben: Es ist wichtig, dass der Hund Dinge, die er findet oder eben im Maul hat, gerne fallen lässt, wenn sein Mensch ihm das Signal dazu gibt. Das kann nur geschehen, wenn das Training positiv aufgebaut wird. Ohne Angst- oder Schmerzreize.<BR />• Abbruchsignal: Der Hund lernt, sich auf Signal sofort mit dem ganzen Körper von etwas abzuwenden. Diese Übung ist besonders toll, da sie sich in vielen Situationen einsetzen lässt (zum Beispiel beim Wälzen im Dreck und beim Fixieren oder Anbellen von Artgenossen).<BR />• Anzeige: Der Hund lernt, Essbares mit einem bestimmten Verhalten anzuzeigen. In Perfektion sieht das so aus, dass der Hund Essbares durch Hinsetzen anzeigt, anstatt es zu fressen. Wie man sich vorstellen kann, ist dies die schwierigste Übung. Nur wer intensiv mit seinem Hund daran arbeitet, kann auch gute Ergebnisse erzielen.<BR /><BR />Solange er die Übung nicht beherrscht, kann der Hund durch einen Maulkorb geschützt werden. Wichtig hierbei ist, dass der Maulkorb gut antrainiert wurde, das heißt, der Hund soll den Maulkorb nicht einfach übergestreift bekommen, sondern über positives Training so weit sein, selbst seine Schnauze in den Maulkorb zu stecken, sodass ihn der Mensch nur noch schließen muss.