Freitag, 09. März 2018

Hilfskonvoi erreichte syrisches Rebellengebiet Ost-Ghouta

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hat ein internationaler Hilfskonvoi das umkämpfte syrische Rebellengebiet Ost-Ghouta erreicht. Die 13 Lastwagen seien am Freitag in dem Ort Douma eingetroffen, erklärte eine Sprecherin des UNO-Nothilfebüros OCHA. Geladen haben sie Lebensmittelpakete für 12.000 notleidende Menschen.

Zerstörte Gabäude in Ost-Ghouta. Foto: APA (AFP)
Zerstörte Gabäude in Ost-Ghouta. Foto: APA (AFP)

OCHA zufolge handelt es sich dabei um Hilfsgüter, die am vergangenen Montag nicht hatten abgeladen werden können. Die erste Lieferung Anfang der Woche musste wegen der Kämpfe abgebrochen werden. Auch am Freitag beklagten die Vereinten Nationen, andauernder Beschuss bedrohe den Hilfskonvoi.

Das UNO-Kinderhilfswerk forderte die syrischen Konfliktparteien und ihre Verbündeten auf, dringend benötigte Hilfslieferungen für das belagerte Gebiet Ost-Ghouta zu ermöglichen. „Wir brauchen endlich eine Waffenruhe, die diesen Namen verdient”, sagte der UNICEF-Regionaldirektor für Nahost und Nordafrika, Geert Cappelaere, am Freitag in Amman.

40 Prozent der Kinder sind unterernährt

Er fragte: „Wie soll unser medizinisches Personal dort arbeiten, wenn Konfliktparteien medizinische Güter aus den Konvois entfernen?” UNICEF stehe trotz aller Behinderungen und Gefahren weiter mit Lastwagen bereit, um sofort Spezialnahrung für unterernährte Kinder und andere Hilfsgüter in das Gebiet im Umland von Damaskus zu bringen. Nach Angaben von UNICEF sind inzwischen 40 Prozent der rund 200.000 Kinder in dem umkämpften Gebiet chronisch unterernährt.

Die vom UNO-Sicherheitsrat geforderte 30-tägige Waffenruhe für Syrien wird in Ost-Ghouta praktisch nicht umgesetzt. In dem von regierungstreuen Truppen belagerten Gebiet halten sich Rebellen auf, darunter auch Islamisten und Kämpfer der Terrororganisation Al-Kaida. Die Regimetruppen hatten zuletzt Geländegewinne erzielt.

In dem seit 2013 belagerten Rebellengebiet sind bis zu 400.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen der Blockade ist die humanitäre Lage dramatisch. Es fehlt an Nahrung, Medikamenten, medizinischen Gütern und Strom. Die syrische Armee bekämpft nach eigenen Angaben gemeinsam mit ihren Verbündeten islamistische Gruppen in dem Gebiet östlich der Hauptstadt Damaskus. Seit Beginn der Offensive vor gut drei Wochen sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen mehr als 1.000 Menschen in dem Gebiet getötet worden.

apa/dpa

stol