Montag, 25. Mai 2015

Hisbollah-Appell für vereinten Kampf gegen Jihadisten

Der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz hat deren Beteiligung im Syrien-Konflikt als Offensive gegen jihadistische Gruppierungen, etwa den „Islamischen Staat“ (IS), verteidigt.

Chaos in Syrien
Chaos in Syrien - Foto: © APA/AP

„Heute stehen wir einer Gefahr gegenüber, die in der Geschichte beispiellos ist, die die Menschheit selbst bedroht“, sagte Hassan Nasrallah am Sonntag in einer im südlibanesischen Nabatiyeh ausgestrahlten Videobotschaft.

Jihaidistische Gruppierungen wie der IS seien nicht nur „eine Bedrohung für den Widerstand im Libanon oder für eine Sekte oder die Führung in Syrien oder die Regierung im Irak oder eine Gruppe im Jemen“, warnte Nasrallah mit Blick auf die IS-Aktivitäten. „Das ist eine Gefahr für alle. Niemand sollte den Kopf in den Sand stecken“, fügte der Chef der schiitischen Hisbollah-Miliz hinzu.

Hisbollah mit Assad verbündet

Die Hisbollah ist seit längerem eine der wichtigsten Verbündeten von Syriens Staatschef Bashar al-Assad in dem seit vier Jahren tobenden Bürgerkrieg. Viele Sunniten im Libanon sind für den Aufstand gegen Assad und werfen der Hisbollah vor, den Libanon in den Bürgerkrieg im Nachbarland hineinzuziehen.

Nasrallah sagte in seiner Rede, in Syrien gebe es die Wahl zwischen dem IS und der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front auf der einen und Assad und der Hisbollah auf der anderen Seite. Zugleich gab Nasrallah erstmals zu, dass die Hisbollah in ganz Syrien kämpfe.

„Wir sind heute an vielen Orten präsent und wir werden überall in Syrien präsent sein, wo es diese Schlacht erfordert“, sagte der Hisbollah-Chef. Bisher hatte er angegeben, seine Miliz verteidige in Syrien die libanesische Grenze und heilige Stätten der Schiiten.

apa/dpa

stol