„Der Kernbau reicht ins Mittelalter zurück, erstmals wurde das Gebäude bereits um 1300 erwähnt“, erzählt Architekt Christian Kapeller. Dann folgten mehrere Um- und Ausbauten, besonders umfangreiche gegen Mitte des 16. Jahrhunderts. Diese prägten – vor allem auch durch den Zubau des Turmes – den Ansitzcharakter. <BR /><BR />Solch herrschaftliche Architekturelemente lassen die Herren von Lidl als Auftraggeber vermuten, die hier ihren Sitz bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatten. Danach gelangte das Anwesen in bäuerliche Hände. „Seit 5 Generationen ist es jetzt in Familienbesitz“, betont der Bauherr. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="937159_image" /></div> <h3> Liebevoll erhalten</h3>Mit seiner Frau entschied er sich für eine Gesamt-Renovierung des Gebäudes und auch für eine Neuausrichtung. Es sollte als Hofstelle weiterhin Wohnhaus für ihn mit seiner Familie und ebenso für seine Eltern sein. Gleichzeitig wollten sie die großzügige Kubatur auch für Ferienwohnungen nutzen – vor allem den riesigen offenen Dachboden. Für diesen ehemals kalten, unwirtlichen Raum entwickelte der Architekt „4 komfortable Ferienwohnungen mit allen Raffinessen“.<BR /><BR />Im denkmalgeschützten Gebäude „wurde fast alles wiederwendet, alte Balken, Türen, Böden...“, erinnert sich Kapeller. „Und wo etwas fehlte, wurde sorgfältig ergänzt, teilweise sogar nachgebaut.“ Nur unterm Dach konnte er relativ frei gestalten – schlicht linear und zeitlos reduziert. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="937162_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Der Zugang für Bewohner und Gäste erfolgt an der Gartenseite über die schöne zweiläufige Stiege – natürlich liebevoll saniert samt Vordach und wieder zusammengesetzten Säulen. <BR /><BR />Innen empfängt die Besucher ein langer, zentraler Gang, den historische Sandsteinportale mit Rauten-Dekor schmücken. Sie wurden sorgsam von Hand wieder freigelegt – ebenso wie die originalen Steinplatten am Boden. „Stein für Stein wurde da herausgenommen und über der Bodenheizung wieder verlegt“, erinnert sich die Bauherrin. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="937165_image" /></div> <BR /><BR />Links liegt die Wohnung der Eltern, rechts jene der jungen Familie mit einer neuen Küche im alten Gewölbe und der getäfelten Stube aus dem 16. Jahrhundert. Im hinteren Teil wird der breite Gang zum originellen Frühstücksraum für Gäste. Sichtlich neu ist die luftig-leichte Stiege nach oben, deren Trenn-Element aus Metall und Holz auch noch als Ausstellung für die Hofprodukte dient. Oben wird es im Gang- und Aufenthaltsbereich zum Buchregal. <BR /><BR />Bezüge zur Geschichte des Gebäudes finden sich überall– auch bei der Benennung der Ferienwohnungen ließen sich die Hausherren von früheren Besitzern inspirieren, deren Namen sie in historischen Dokumenten fanden.<h3> Wiederverwendet oder klug ergänzt</h3>„Was irgendwie ging, wurde wiederverwendet“, erzählt die Hausherrin. „Beim Unterfangen des Gebäudes sind beispielsweise ziemlich große Steine zum Vorschein gekommen. Daraus sind hier 4Waschbecken entstanden.“<BR /><BR />Da keine Gauben errichtet werden durften, arbeitete der Architekt mit eingeschnittenen Terrassen – ein Kunstgriff, der allen 4 Apartments geschützte Freiräume schafft und für bessere Belichtung sorgt. Holzböden, Lehmputz und klarlinige Lärchenmöbel entsprechen auch dem Wunsch der Bauherren nach natürlichen Materialien.<BR /><BR />Die 5. Ferienwohnung entstand im hinteren, unteren Gebäudeteil. „Das war eigentlich eine Abstellkammer“, erinnert sich Kapeller, „jetzt ist es ein besonderes Ambiente mit schönen Gewölben und sogar einer Mini-Terrasse davor.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="937168_image" /></div> <BR /><BR /><BR />Spektakulär ist auch der Keller mit seinem riesigen Tor an der Straßenseite. „Bis zum Umbau wurde er wirtschaftlich genutzt“, erzählt Kapeller. „Beim Umbau stellte sich die Frage nach der Nutzung – natürlich auch in Zusammenhang mit Parkmöglichkeiten.“ Doch im Laufe der Renovierung entstand die Idee zu einer Tiefgarage. So konnte ein faszinierender Gewölberaum für flexible Nutzung entstehen. <BR /><BR />„Alle Steine am Boden wurden herausgeholt und gereinigt“, ist der Bauherr zufrieden. „Sie waren in Erde verlegt. Durch das Unterfangen des Hauses entstand ein anderer Bodenaufbau, sodass jetzt sogar eine Bodenheizung darunterliegt.“ Strahler setzten den Raum gekonnt in Szene, wieder aufgerichtete historische Türen – eine sogar mit gotischem Schloss – führen in einen Verkostungsraum und in weitere, teils noch tiefer gehende Keller. <BR /><BR />„Hier wurde alles möglichst im Originalzustand belassen“, betont der Architekt, „man erkennt teilweise sehr gut die Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte.“<BR />Eine einfühlsame Renovierung bis ins kleinste Detail – stimmig ergänzt und gekonnt inszeniert.<BR /><BR />Gallery #DText/86-61172108 not found<BR />