Montag, 13. Juni 2016

Hitlers Geburtshaus: Was tun damit?

Die Zukunft von Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn ist nach wie vor völlig offen.

Österreichs Innenminister würde Hitlers Geburtshaus am liebsten schleifen lassen. - Foto: APA
Österreichs Innenminister würde Hitlers Geburtshaus am liebsten schleifen lassen. - Foto: APA

Der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka erklärte am vergangenen Wochenende, er könne sich nach einer Enteignung des Gebäudes einen Abriss vorstellen. Aus Sicht des Denkmalschutzes ist das grundsätzlich nicht so ohne weiters möglich.

Bundesdenkmalamt hat anderen Standpunkt

Barbara Neubauer, die Präsidentin des Bundesdenkmalamtes, erklärte am Montag gegenüber der österreichischen Presseagentur APA, dass „es aktuell sicher nicht gehen wird“. Um ein geschütztes Objekt schleifen zu können, müsse ein Verfahren zur Entlassung aus dem Denkmalschutz durchgeführt werden.

Ob dies auch nach einer Enteignung von Hitlers Geburtshaus geschehen müsse, kann Neubauer aus derzeitiger Sicht nicht beantworten. Denn noch befinde sich das entsprechende Gesetz in Begutachtung, den Inhalte kenne sie noch nicht.

Historikerkommission soll beraten

Außerdem soll Ende des Monats eine Historikerkommission erstmals über die weitere Vorgehensweise beraten. Was mit dem Haus tatsächlich geschieht, wenn es Staatseigentum wird, ist laut Innenministerium damit noch offen.

Innenministerium ist Mieter des Geburtshauses

Sobotkas Äußerung, der ein Schleifen als „sauberste Lösung“ bezeichnet hatte, sei lediglich dessen „private Meinung“, betonte eine Sprecherin des Ministers.

Seit 1972 ist das Haus an das Innenministerium vermietet, derzeit steht es leer. Das Ministerium wolle verhindern, dass das Haus zu einer Pilger- oder Gedenkstätte für Menschen mit nationalsozialistischem Gedankengut wird. „Um dem vorzubeugen und es endlich aus der Welt zu schaffen, ist es notwendig, dieses Haus zu enteignen“, meinte der Innenminister. 

apa

stol