Sonntag, 30. Oktober 2016

Hollande: Flüchtlingslager wie „Dschungel“ von Calais inakzeptabel

Nach der Räumung des Flüchtlingslagers von Calais hat der französische Präsident François Hollande solche Lager als inakzeptabel für Frankreich bezeichnet. „Wir werden keine Lager mehr hinnehmen“, sagte Hollande am Wochenende beim Besuch eines Aufnahmezentrums für Flüchtlinge im zentralfranzösischen Doue-la-Fontaine.

Der "Dschungel" wurde geräumt.
Der "Dschungel" wurde geräumt. - Foto: © APA/AFP

Der sogenannte „Dschungel“ von Calais sei „nicht dessen würdig, was eine Aufnahme in Frankreich sein kann“, fügte Hollande hinzu. Ähnlich äußerte sich Premierminister Manuel Valls, der bei einer Reise durch westafrikanische Staaten darauf hinwies, dass Deutschland im vergangenen Jahr hunderttausende Flüchtlinge aufgenommen habe. Frankreich als „Land der Menschenrechte“ und fünftstärkste Wirtschaftsmacht der Welt dürfe sich nicht als „unfähig“ erweisen, der Tradition als Aufnahmeland gerecht zu werden, sagte Valls.

In der kommenden Woche will die französische Regierung eine Lösung für die rund 2000 Flüchtlinge finden, die in wenigen Tagen ihre Zelte auf einem Boulevard im Nordosten von Paris aufschlugen.

Er habe mit der britischen Premierministerin Theresa May gesprochen, um eine Aufnahme für rund 1500 Minderjährigen zu erreichen, die bei der Auflösung des „Dschungels“ von Calais angetroffen und in einem vorläufigen Aufnahmezentrum untergebracht wurden, sagte Hollande. Die britische Regierung erklärte, in den kommenden Wochen würden „mehrere hundert Kinder und Jugendliche“ von Calais aus nach Großbritannien gebracht.

Die französischen Behörden hatten am vergangenen Montag mit der Räumung des slumähnlichen Flüchtlingslagers am Ärmelkanal begonnen. Tausende Flüchtlinge wurden in Aufnahmezentren im ganzen Land verteilt. Minderjährige Flüchtlinge wurden in Wohncontainern am Rande des „Dschungels“ untergebracht. Nach der vollzogenen Räumung sollen die Reste des Lagers nun umgehend beseitigt werden.

apa/afp

stol