Freitag, 20. Januar 2017

Hollandes Erben kämpfen um Präsidentschafts-Kandidatur

Ende 2016 wählte die bürgerliche Rechte in Frankreich Francois Fillon zu ihrem Spitzenkandidaten. Nun ist die zersplitterte Linke an der Reihe. Auch bei ihr könnte es Überraschungen geben.

Nach dem Verzicht von Frankreichs Präsident Francois Hollande auf eine neue Kandidatur stellt sich die Frage, wen die Sozialisten als Kandidaten aufstellen.
Nach dem Verzicht von Frankreichs Präsident Francois Hollande auf eine neue Kandidatur stellt sich die Frage, wen die Sozialisten als Kandidaten aufstellen. - Foto: © LaPresse

Nach dem Verzicht von Frankreichs Präsident Francois Hollande auf eine neue Kandidatur stellt sich die Frage, wer im linken Lager die Fackel weiterträgt. Sieben Kandidaten bewerben sich in einer Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Sozialisten und ihrer Verbündeten. Ein Überblick:

MANUEL VALLS: Der 54 Jahre alte Ex-Premierminister ist nach dem Rückzug Hollandes in einer Favoritenrolle. Sein Problem: Der zum rechten Flügel seiner Partei gehörende Sozialist muss die im Land wenig geschätzte Regierungsarbeit der vergangenen Jahre verteidigen. Seine Wahlkampfauftritte sind schlecht besucht. Umfragen sehen ihn in der ersten Vorwahlrunde am 22. Jänner zwar deutlich vorne, sein Sieg im Finale eine Woche später ist jedoch ungewiss.

ARNAUD MONTEBOURG: Der ebenfalls 54 Jahre alte Ex-Wirtschaftsminister zählt zum linken Flügel der Partei. Er war 2014 nach Kritik an der Sparpolitik aus der Regierung geflogen und könnte nun Valls gefährlich werden. Sein Slogan ist das „Made in France“, die Stärkung der heimischen Produktion.

BENOIT HAMON: Der 49 Jahre alte frühere Erziehungsminister gilt als besonders radikal und sieht sich im Aufwind. Er tritt für ein Grundeinkommen ein, das langfristig 750 Euro erreichen könnte – und hat zuletzt in den Umfragen einen überraschenden Schub bekommen.

VINCENT PEILLON: Der 56-Jährige war auch Erziehungsminister, ist aber weniger bekannt als seine drei Konkurrenten aus der Parti Socialiste.

Weitere Kandidaten der Vorwahl sind: SYLVIA PINEL von der Parti Radical de Gauche (PRG), JEAN-LUC BENNAHMIAS von der Front Democrate und FRANCOIS DE RUGY (Ökologische Partei). Sie haben laut Umfragen keine Chancen, eine maßgebliche Rolle zu spielen.

apa/dpa

stol