Samstag, 27. Februar 2016

Homosexuelle unzufrieden mit Gesetz für Lebenspartnerschaften

Das Gesetz zur Einführung eheähnlicher Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare ist im Senat unter Dach und Fach und wird bald auch den Segen der Abgeordnetenkammer erhalten, doch Italiens Homosexuellen-Verbänden sind enttäuscht. Sie planen am 5. März eine Großkundgebung gegen das Gesetz, das die Regierung von Premier Matteo Renzi am Donnerstag im Senat verabschiedet hatte.

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„Auf so ein Gesetz haben wir nicht 30 Jahre gewartet“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von etwa 30 Homosexuellenvereinigungen. Sie zeigten sich vor allem enttäuscht, dass die sogenannte „Stepchild Adoption“, die Adoption des leiblichen Kindes eines Partners, aus dem Gesetz gestrichen wurde.

Auch die Senatorin Monica Cirinna, Verfasserin des Gesetzentwurfs, ist nicht zufrieden. Nachdem aus dem Gesetz, das ihren Namen trägt, der umstrittenste Passus, das Adoptionsrecht für Homosexuelle, gestrichen wurde, hegt sie jetzt weitere Pläne. Sie will Italiens Adoptionsgesetz ändern, um Homosexuellen die „Stepchild Adoption“ zu ermöglichen.

„Wir werden den Gesetzentwurf in der Abgeordnetenkammer vorstellen, wo der PD über eine solide Mehrheit verfügt. Italien ist ein Land, das in punkto Zivilrechte stark zurückgeblieben ist und zutiefst diskriminierend sein kann. Das im Senat verabschiedete Gesetz über die Homo-Partnerschaften ist nur ein halber Sieg“, betonte die 53-jährige Senatorin.

Renzi zufrieden

Cirinna übte dabei scharfe Kritik an Renzis Regierungspartner NCD, der die Verwässerung ihres Gesetzentwurfs als Bedingung für seine Zustimmung im Senat gemacht hatte.

Renzi begrüßte dagegen die Verabschiedung des Gesetzes als „historischen Sieg“ und erklärte, die Verknüpfung seiner politischen Zukunft mit dem Thema sei angemessen gewesen. Das Gesetz sei für Italien von historischer Bedeutung.

apa

stol