<b>STOL: Herr Larcher, wie ist die Honigernte heuer ausgefallen?</b><BR />Erich Larcher: Die Honigernte in Südtirol ist zufriedenstellend. Im Frühjahr war das Wetter für den Honig sehr gut, wobei uns Imkern die Sommerernte fehlt. Ab Mitte Juni war an den meisten Orten fertig. Normal kann man bis Mitte Juli noch Honig erwarten. Es gibt auch Ortschaften wie Bruneck, wo es nicht gut gelaufen ist. Die Ernte kann lokal sehr verschieden sein, schon 10 Kilometer können einen Unterschied machen.<BR /><BR /><b>STOL: Wovon hängt das ab?</b><BR />Larcher: Das hängt vor allem von der Witterung ab. Gerade die Waldtracht und die Läuse in den Bäumen, die für die Bienen und den Honig wichtig sind, brechen bei der Witterung zusammen. Wenn es öfters regnet, verschwinden die Populationen und es ist vorbei.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="793331_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>STOL: Wie viele Kilo Honig erntet man pro Bienenstock?</b><BR />Larcher: Das ist schwer zu sagen und hängt von Bienenstock zu Bienenstock ab. Der 10-Jahres-Durchschnitt in Südtirol liegt bei 13 Kilo pro Stock. In einigen Gegenden war es heuer besser, in einigen aber auch schlechter. Insgesamt wurden in Südtirol aber mehrere Hundert Tonnen geerntet, die vor allem lokal verkauft werden. <BR /><BR /><b>STOL: Welche Sorte gibt es in Südtirol am meisten und welcher Honig ist besonders gefragt?</b><BR />Larcher: Am meisten gibt es in Südtirol Blütenhonig. Reiner Waldhonig ist seltener. Die Nachfrage ist von Ort zu Ort unterschiedlich: Im Pustertal ist der Löwenzahnhonig gefragt, in Feldthurns der Kastanienhonig und im Vinschgau der Alpenrosenhonig. Ein Mischhonig ist besonders gesund, weil er viele verschiedene Honigarten und Pollen von verschiedenen Blüten drinnen hat und damit viele Inhaltsstoffe aufweist. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="793334_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>STOL: Wie viel sollte ein guter Honig kosten?</b><BR />Larcher: Der Imkerbund gibt die Empfehlung von 18 Euro pro Kilo. Ich muss sagen, dass das für die ganze Arbeit und die hohe Inflation ein fairer Preis ist. Man bedenke nur, dass die Honiggläser, das Futter und der Transport jetzt das Doppelte kosten. Der Imker wird damit sicher nicht überbezahlt.<BR /><BR /><b>STOL: Sind die vielen Wespen, die derzeit in Südtirol umherschwirren, für die Bienen ein Problem?</b><BR />Larcher: Wenn die Wespen überhandnehmen, können sie für die Bienen ein Problem werden, weil sie den süßen Nektar sammeln und in die Bienenstöcke der Bienen eindringen, diese ausrauben und Bienen attackieren. Noch hält sich das Problem in Grenzen. Solange nicht die asiatische Hornisse nach Südtirol kommt, geht es. Sie würde die Bienen im Flug fressen.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/die-wespen-sind-los" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">S+ hat mit dem Traminer Biologen Wolfgang Dibiasi über die verschiedenen Wespenarten in Südtirol gesprochen und ihn gefragt, wann sie ihren gefürchteten Stachel einsetzen.</a>