Donnerstag, 15. Oktober 2015

Hotelbau: Element der Tourismusentwicklung

Die Authentizität, die Touristen heutzutage bei ihrem Urlaub in den Bergen suchen, muss mit den aktuellen Lebensformen der im Wandel begriffenen Bergwelt kohärent sein. Über dieses Thema wird am 19. Oktober auf der Messe Bozen anlässlich der Tagung „AUSgebaut?! Hoteliers und Architekten auf der Suche nach neuen Wegen“ diskutiert.

Symbolfoto
Symbolfoto - Foto: © shutterstock

Landschaft und Architektur üben in ihrer untrennbaren Einheit eine starke Anziehungskraft auf Touristen aus. Ihre Schlichtheit und natürliche Schönheit bewegt und fesselt die Menschen. Ein nicht zu vernachlässigendes Element für den zukunftsgerichteten Sektor der Empfangsstrukturen in den Bergen, der entschlossen ist, den Weg der strukturellen Erneuerung durch die Neuinterpretation lokaler Traditionen und Bräuche, Respekt vor dem alpinen Lebensraum und Innovation zu begehen. Genau danach suchen auch die heutigen Touristen, die keine mit Steinplatten gedeckten Dächer oder blumengeschmückte Balkone mehr brauchen.

Sondern Empfangsstrukturen, die den Bedürfnissen der in den Bergen lebenden Menschen entspricht, aber auch Urlauber rundum zufrieden stellt. Mit den Farben des gealterten und vom Wetter gebleichten Holzes und nicht mehr den Holzschutzfarben, mit denen jahrzehntelang versucht wurde, eine Authentizität zu bewahren, die keine Seele hatte.

AUSgebaut?!

Diesem sicherlich ehrgeizigen, aber auch sehr interessanten Thema ist in diesem Jahr die Tagung „AUSgebaut?! Hoteliers und Architekten auf der Suche nach neuen Wegen“ gewidmet. Die Montag, 19. Oktober 2015 von 9:00 bis 12:00 Uhr stattfindende Tagung bleibt einer der Bezugspunkte der 39. Auflage von Hotel, der Fachmesse für das Hotel- und Gastgewerbe.

Nach den Grußworten von Manfred Pinzger, dem Präsidenten des Hoteliers- und Gastwirteverbandes Südtirol (HGV), präsentiert der Schweizer Architekturkritiker Axel Simon zum Thema „Architektur als Gastgeber“ Beispiele aus seiner Heimat. Darauf folgen der Direktor des Amtes für Landschaftsschutz der Autonomen Provinz Bozen, Adriano Oggiano und Sonja Gasparin, die Vorsitzende des Südtiroler Landesbeirat für Baukultur und Landschaft, die einen Überblick über den aktuellen Stand des Hotelbaus in Südtirol geben werden.

Der Architekt Wolfgang Pöschl und der Hotelier Robert Falch werfen gemeinsam einen Blick auf die Situation in der Touristenhochburg St. Anton in Tirol, worauf Maria Gufler, die ehemalige Gemeindereferentin für Tourismus der Gemeinde Moos im Südtiroler Passeiertal, den Weg zur sanften Mobilität für den alpinen Ferienort Pfelders nachzeichnet. Abschließend referiert der Innsbrucker Architekt und Stadtplaner Martin Mutschlechner zum Thema „Bauen für den alpinen Tourismus im 21. Jahrhundert“ und der Hotelier Arnold von Stefenelli präsentiert mit seinem Hotel „Goldener Stern“ in Kaltern ein gutes Beispiel für die Verbindung von historischer Bausubstanz mit moderner Architektur. 

Bauen in den Bergen

Im Mittelpunkt der Tagung, bei der sieben hochkarätige Referenten das Wort ergreifen, steht das Thema Bauen in den Bergen und somit die strukturelle Sanierung, die Materialien, Umweltverträglichkeit sowie der Schutz der Bergwelt. Diese Aspekte sind alle miteinander verknüpft und liegen den Brancheninsidern am Herzen, die versuchen, eine Antwort darauf zu finden, was Bauen – und somit Investieren - für den Bergtourismus des 21. Jahrhunderts bedeutet.   

Die Thematisierung der Beziehung zwischen Architektur und Tourismus in der Bergwelt bedeutet nämlich, Fragen aufzuwerfen, die mit der Attraktivität der Landschaft im Zusammenhang stehen. Auch und vor allem angesichts der Evolution des Touristen, der sich nicht mehr folkloristischen Illusionen oder neu erfundenen Traditionen hingeben möchte, sondern authentische Räume sucht, in denen er mit kritischem Bewusstsein alternative Lebenswege entdeckt und experimentiert.  

Alpine Architektur im Mittelpunkt

Die alpine Architektur übernimmt somit eine zentrale Rolle. Die Orte sind nun keine Themenparks mehr, sondern erhalten eine neue Dimension, in der sich unterschiedliche Kulturen, Lebensbedingungen und -stile begegnen und konfrontieren. Die Authentizität, die man heutzutage in den Bergen sucht, muss mit den aktuellen Lebensformen der im Wandel begriffenen Bergwelt kohärent sein. 

In einem Lebensraum wie der heutigen Bergwelt, die sowohl von externen Einflüssen als auch von starken inneren Identitäten geprägt ist, darf die Architektur nicht über diese Vermischung von unterschiedlichen Welten und Lebensformen hinwegsehen. Dies gilt umso im Bereich des Gastgewerbes, wo sie bei dem Versuch, den Tourismus mit der Arbeits- und Produktionswelt, mit der Kultur oder ganz allgemein mit der Nutzung des Gebiets zu verknüpfen, neue Horizonte erschließt. 

Diese und andere mit der Hotellerie verbundene Thematiken werden von Montag 19. bis Donnerstag 22. Oktober auf der Messe Bozen bei der 39. Auflage von Hotel vertieft.

Alle weiteren Informationen unter: www.hotel.messebozen.it 

stol