<b>Von Irina Lino</b><BR /><BR />Ob es donnert oder kracht, Humor ist, wenn man trotzdem lacht. So befand bereits Ende des 19. Jahrhunderts der berühmte, deutsche Lyriker Otto Julius Bierbaum. Ich höre und lese diesen Ausspruch immer wieder, vermehrt in Zeiten der Krise – also jetzt! <BR /><BR />Humor als Fähigkeit und Bereitschaft zu sehen, auf bestimmte Dinge heiter und gelassen zu reagieren, wie der Duden begriffserklärend formuliert, ist nicht nur Balsam für Geist, Herz und Seele, sondern manchmal auch die beste Medizin. <BR /><BR />So belegt etwa eine Studie des berühmten US-amerikanischen Hirnforschers Paul McGhee von 2010, dass ein positiver emotionaler Zustand wesentlich dazu beitragen kann, grundlegende Gesundheits- wie Heilungsmechanismen des Körpers anzuregen und zu erhalten.<BR /><BR /> Spannend sind aus medizinischer Sicht auch die komplexen Prozesse, die im Gehirn ablaufen, wenn jemand zum Lachen animiert, zum Beispiel mit einem Witz. Dann werden Teile des limbischen Systems aktiviert, also jener Bereich, in dem unsere Emotionen sitzen. Das passiert in Millisekunden, hat aber eine Langzeitwirkung für Körper und Geist.<BR /><BR /> Humor als innere Haltung oder Lebenseinstellung wohnt jedem Menschen inne, wobei sich der Bogen sowohl in Ausdruck als auch Intensität weit spannt und verbindend, selbststärkend, aggressiv sowie selbstentwertend sein kann. Witze auf Kosten anderer zu machen, um sie bloßzustellen, ist wohl die unangenehmste Form dabei, über sich selbst schmunzeln zu können, eine der wichtigsten. Von den Clowndoktoren in Krankenhäusern erst gar nicht zu sprechen, die Kindern für kostbare, heilsame Augenblicke die Angst zu nehmen vermögen und bei Erwachsenen den Stresspegel soweit herunterschrauben, dass Hospitalisierungszeiten sinken. <BR /><BR />Früher war für Pfarrer das risus paschalis – das Osterlachen – Pflicht, und sie musste Witze machen, damit die Menschen wieder lachen können, selbst dem Tod ins Gesicht. Nur... Allzu oft vergeht uns das Lachen ob der vielen Bedrohungen, die uns von außen bedrängen, und da sind die ganz „alltäglichen“, persönlichen Schicksalsschläge des Einzelnen noch gar nicht mit eingerechnet. <BR /><BR />Warum ich das gerade jetzt erzähle? Weil Ostern das Fest des Lebens ist, und das Lachen als göttlicher Quell der Freude zum Leben gehört! <BR />