Wenngleich wir Menschen sie nicht immer zu Gesicht bekommen, unsere Wälder haben viele tierische Bewohner. Immer mehr Menschen dringen durch ihre Freizeitbeschäftigungen in die Lebensräume dieser Tiere ein und stören sie. Dabei könnte jede und jeder einzelne von uns durch ein rücksichtsvolles Verhalten dazu beitragen, dass die Wildtiere ungestörter leben können – auch und vor allem Hundehalter.<BR /><BR /><b>Brut- und Setzzeit</b><BR /><BR />Die sensible Brut- und Setzzeit, also die Zeit, in der Tiere brüten oder ihre Jungen zur Welt bringen, beginnt hierzulande im April und geht bis etwa Juli. Im Mai und Juni bringen Rehgeißen ihre Kitze zur Welt, die sie in den ersten Wochen im hohen Gras ablegen und nur zum Säugen aufsuchen. In dieser Zeit haben die Jungtiere noch keinen Fluchtinstinkt, das heißt sie drücken sich bei drohender Gefahr lediglich auf den Boden. Junge Hasen werden beispielsweise in einem Nest oder in einer Erdmulde am Boden großgezogen.<BR /><BR />Aus Rücksicht vor all diesen Wildtieren sollten Spaziergänger vor allem in der Brut- und Setzzeit auf ausgewiesenen Wegen bleiben und nicht querfeldein über Wiesen, durch Wälder oder entlang von Ufern streifen. Zudem müssen Hundehalter ihre Hunde in dieser Zeit an der Leine führen, wenn sie nicht zuverlässig und auch unter großer Ablenkung auf Ruf oder Pfiff reagieren. Alle Hunde haben einen natürlichen Jagdinstinkt und können die hilflosen Jungtiere sehr gut aufspüren. Daher sollten sie vor allem im Frühjahr nicht unbeaufsichtigt draußen herumlaufen und beim Spaziergang im Wald und auf den Wiesen gilt: Hunde an die Leine!<BR /><BR /><b>Streunende Hunde</b><BR /><BR />Ein großes Problem stellen hierzulande freilaufende Hunde dar, die durch den Wald streunen. Viele lassen ihre Hunde in den Abendstunden nochmal unbeaufsichtigt hinaus. Da werden Wildtiere schnell zur potenziellen Beute. Laut Landesgesetz „Maßnahmen zum Schutz der Tierwelt und zur Unterbindung des Streunens von Tieren“ wird das Herumstreunen von Hunden in Südtirol mit einem Bußgeld zwischen 50 bis 500 Euro geahndet. Aber ungeachtet dessen können streunende Hunde auch Unfälle verursachen oder Menschen gefährlich werden, weshalb dies zu unterbinden ist.<BR /><BR /><b>Keine Hilfe nötig</b><BR /><BR />Jedes Jahr stoßen Spaziergänger oder Jogger auf junge Vögel, Hasen, Rehkitze oder andere Wildtiere, die vermeintlich verwaist, hilflos oder verletzt sind. In den meisten Fällen ist es aber so, dass diese Tiere gar keine Hilfe brauchen, weil die Elterntiere meist nicht weit entfernt sind. Daher gilt: Finger weg von Wildtieren und sie nie mit bloßen Händen anfassen! Nur wenn es wirklich notwendig ist, das Jungtier in Sicherheit zu bringen (wenn es beispielsweise nah an einer befahrenen Straße ist), nimmt man es mit einem Büschel Gras, hebt es vorsichtig auf und lässt es in unmittelbarer Nähe wieder frei. Im Zweifelsfall sollte man, bevor man etwas unternimmt, den örtlichen Jagdaufseher oder den Jagdverband kontaktieren.<BR />