<b>Von Stephan Niederegger</b><BR /><BR />Gerne erinnert sie sich an ihre Kindheit und Jugend auf dem Lande in Aldein – ein Aufwachsen in der Natur und mit Tieren, das sie geprägt hat. Das seien Erlebnisse, die sie nicht missen möchte, da würde sie mit keinem Stadtkind tauschen, sagt die 57-Jährige: „Die Ausritte und das nächtliche Schwimmen im nahe gelegenen Göllersee, die Freiheit, die man als Kind auf dem Land genossen hat, das sind Erlebnisse, die man nicht vergisst und die prägen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249341_image" /></div> <BR />Noch immer ist sie gerne in der Natur unterwegs. Obwohl die Berge eigentlich überall vor der Haustüre stehen, ist dieses Hobby trotzdem mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, erklärt Astrid Marsoner. Ab und an geht sich ein „kleiner Abstecher“ auf den Sarlkofel, den Niederdorfer Hausberg oder den nahe gelegenen Dürrenstein in den Pragser Dolomiten auch in der Mittagspause aus. Längere Wanderungen und Bergtouren mit ihrem Partner Guido oder den Kindern müssen aber geplant werden. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249344_image" /></div> <BR /><BR />Nicht mehr geplant, sondern mittlerweile ein festes jährliches Ritual, ist der Sonnenaufgang am 31. Dezember. Darauf freut sie sich schon. In zweieinhalb Wochen ist es wieder so weit, wenn zu ihrem Geburtstag die ganze Familie mit einer wechselnden Gruppe aus Freunden und Bekannten zum Sonnenaufgang auf den Lutterkopf – nordöstlich von Taisten – oder aufs Astjoch bei St. Lorenzen wandert und anschließend zum gemeinsamen Frühstück zusammensitzt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249347_image" /></div> <h3> Die Familie, ein wichtiger Ausgleich</h3>Die Familie ist ihr großer Reichtum, gibt die Mutter und Großmutter unumwunden zu, denn sowohl zu ihren drei Schwestern wie auch zu ihren fünf Kindern, den „tollsten Kindern der Welt“, pflegt sie enge Kontakte. Dass die Kinderzahl mit der Tochter und den zwei Söhnen ihres Partners inzwischen auf acht angewachsen ist, findet sie eine sehr schöne Bereicherung. In wechselnden Besetzungen finden Urlaube und Familientreffen statt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249350_image" /></div> <BR />Neben den traditionellen Familienfeiern trifft sich die Großfamilie regelmäßig am Christtag, am Ostermontag und im Sommer zu einer Grillfeier. Mit dem Heranwachsen der Kinder und ihren zunehmenden beruflichen Verpflichtungen ist es mittlerweile nicht mehr möglich, dass immer alle daran teilnehmen, aber wer Zeit hat, kommt auf jeden Fall – „und die Familie wird ja auch immer größer“, fügt Astrid Marsoner schmunzelnd hinzu.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249353_image" /></div> <h3> Genügend Zeit zum Lesen finden</h3>Auf ihrem Nachttisch stapeln sich immer Bücher, die werden auch oft parallel gelesen. Trotzdem ist das Lesen im Moment „ein etwas stiefmütterlich gepflegtes“ Hobby, gibt sie unumwunden zu. An Buchhandlungen kommt sie nur schwer vorbei. Durchstöbert sie die Regale, entdeckt sie aber viele Titel und Autoren, die sie schon kennt: „Auch wenn es sich nicht so anfühlt, finde ich anscheinend trotzdem immer wieder Zeit zum Lesen.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-72673669_quote" /><BR /><BR />Dabei ist Heinrich Bölls „Ansichten eines Clowns“ das Buch, das sie am öftesten gelesen hat – einer ihrer absoluten Lieblingsromane, erzählt sie. Zu diesen gehört auch „Das achte Leben“ und die anderen Romane der georgisch-deutschen Autorin Nino Haratischwili. <BR /><BR />Außerdem finden sich zur Zeit Richard David Precht, Ferdinand Schirach und Hannah Arendt auf ihrem Bücherstapel. Gerade während der Zugfahrten, etwa auf dem Weg zu Kongressen oder Sitzungen, ist Lesen ein schöner Zeitvertreib. Lesestoff ist auf jeden Fall immer im Gepäck.<h3> Musik, Konzerte und Theater</h3>Die Musik begleitet sie schon ihr ganzes Leben. Als Jugendliche hat Astrid Marsoner selbst klassische Gitarre gespielt. Ihre jüngste Schwester Christine ist diplomierte Sing- und Gesangslehrerin und zusammen mit Ehemann Arthur und den fünf Kindern als Familienmusik Pichler bekannt. Heute musiziert die Ärztin nicht mehr selbst, sondern genießt die Musik – ganz egal, ob Klassik oder Pop, Jazz, Blues oder Volksmusik: „Musik muss mich packen, begeistern und fesseln.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-72673687_listbox" /><BR /><BR />Für Konzert- und Theaterkarten gäbe sie übers Jahr wohl das meiste Geld aus, rechnet sie vor. Ihre Mutter Cäcilia ist eine ausgesprochene Opernliebhaberin. „Sie weiß über alles Bescheid, vom Libretto bis zum Gossip“, sagt sie schmunzelnd. Schon seit der Gymnasialzeit hat sie mehr oder weniger regelmäßig das Theaterabonnement in Bozen, besucht Konzerte in Meran, verfolgt den Busoni-Wettbewerb oder fährt zu den Salzburger Festspielen. <BR /><BR />Begeistert erzählt die Wahlpustrerin über die Aufführung von Shakespeares „Hamlet“ der Schaubühne Berlin mit Lars Eidinger in der Hauptrolle, die sie heuer gesehen hat.<h3> Kein fixes Trainingsprogramm</h3>Auch wenn sie sich – wie sie sagt – nicht durch ein fixes Trainingsprogramm quält, Sport und Bewegung werden in der Familie hochgehalten. Joggen, Schwimmen und Radfahren bieten im Alltag eine gute Möglichkeit dazu, im Winter auch Langlaufen, Skifahren und Rodeln. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1249356_image" /></div> Derzeit sei sie diesbezüglich aufgrund der vielen Verpflichtungen eher in einer „ruhigeren Phase“, beschränke sich weitgehend auf Spaziergänge und Treppensteigen. Aber wenn es die Zeit wieder erlaubt und der innere Schweinehund erst mal bezwungen ist, wird sie sich ein neues Ziel setzen, mit dem sich die sportliche Routine auch schnell wieder einstellt: „Dann ist Bewegung nicht mehr (gesundheitliche) Pflicht, sondern persönliches Bedürfnis.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-72673680_listbox" />