Montag, 05. Dezember 2016

„Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ kommt nach Obereggen

Die Kampagne des Landes Südtirol zu mehr Sicherheit auf und außerhalb der Skipiste und auf den Rodelbahnen „Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ startet heuer wieder mit viel Information und Unterhaltung in den 10. Winter. Am Donnerstag, 8.12., kommt die Kampagne nach Obereggen.

Der Landeshauptmann und die Snow Kids.
Der Landeshauptmann und die Snow Kids.

Den Sport beherrschen mit der richtigen Technik und Ausrüstung! Das ist auch heuer wieder das Ziel er  Sensibilisierungskampagne „Ich habe  Spaß, GANZ SICHER“, die in verschiedenen Skigebieten Südtirols unterwegs ist.

Es erwartet alle Winterbegeisterten wieder jede Menge Spaß und Informationen zum Thema Sicherheit. Am Donnerstag, 08.12., geht es weiter in Obereggen. 

Die Termine

08.12.16               Obereggen

22.12.16               Speikboden  Schule Spezial

08.01.17               Piz Sorega - Alta Badia

26.01.17               Jochgrimm Schule Spezial

05.02.17               Ratschings-Jaufen

12.02.17               Sarntal

26.02.17               Gitschberg-Jochtal

12.03.17               Schnalstaler Gletscher

„Jeder Unfall im Winter ist  einer zu viel“

 Landeshauptmann Arno Kompatscher im Interview. 

Herr Landeshauptmann, warum kann auf Südtirols Skipisten mehr Rücksicht nicht schaden?

 Arno Kompatscher: So wie auch im Straßenverkehr muss auf den Ski- und Rodelpisten bzw. im freien Gelände noch mehr Rücksicht genommen werden – zum Schutz der anderen „Verkehrsteilnehmer“ und nicht zuletzt auch zum eigenen. Deshalb läuft nun seit Jahren erfolgreich die Sensibilisierungskampagne „Ich habe Spaß,GANZ SICHER“.

„Ich habe Spaß, GANZ SICHER“ bedeutet ...  

... sich zu informieren und auch sich zu unterhalten. In den einzelnen Skigebieten gibt es neben kostenlosen Fahrten mit den Skilehrern, Vorführungen mit den Rettungskräften und den Lawinenhunden, Tipps zum richtigen Verhalten auf der Skipiste und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Außerdem werden Informationen zur Kindersicherheit, zur richtigen Ausrüstung, zum Variantenfahren und zur Gefahreneinschätzung gegeben. Ich lade ein, hinzuschauen und mitzumachen.

Warum unterstützt das Land Südtirol diese Kampagne?

Weil es uns wichtig ist, die Menschen zu sensibilisieren. Jeder Unfall beim Wintersport ist einer zuviel. 

Es wurden auch weitere Initiativen des Landes für den Wintersport und zur Förderung der Jugend vorgestellt? 

Ja, der Kids Snow Day beispielsweise ist ein Tag, an dem allen Kindern ermöglicht wird, kostenlos einen schönen Skitag zu verbringen. Natürlich wird bei den Skikursen von den Südtiroler Skilehrern der Sicherheitsaspekt beachtet. Den Kindern werden von Anfang an die Pistenregeln erklärt. In diesem Sinne findet auch die Aktion “mit der Schule auf die Piste„ statt. So sollten Ausflüge und Skitage mit der Schule gefördert werden. Zusammenhalt in der Klasse, Natur erleben und dabei auch noch Sport treiben, ist erstrebenswert.

Was wünschen Sie dem Sicherheitsteam zum 10-jährigen Jubiläum?

Ich wünsche dem Team für diesen wichtigen Auftrag weiterhin viel Erfolg und Freude. Es ist eine große Aufgabe, anderen Sportlern und vor allem Kindern die Gefahren der Bergwelt in einer unterhaltsamen Form näherzubringen. Der besondere Dank gilt allen beteiligten Rettungskräften, die unermüdlich für die Sicherheit und die Prävention unterwegs sind. 

„Großes Interesse an dieser Kampagne“ 

Helmut Sartori,  Präsident des Verbandes der Seilbahnunternehmer im Interview. 

Worauf sollten Wintersportler achten, um den Skitag verletzungsfrei zu beenden?

Helmut Sartori: Wichtig ist, Erfahrungen zu sammeln, bevor man zum ersten Mal auf die Piste geht oder sich einen erfahrenen Skilehrer zu suchen. Er zeigt, worauf man achten sollte. Wichtig ist, auf der Piste zu bleiben, bis man nicht ein richtiger Profi ist. 

Die komplette Ausrüstung ist ein Muss! 

Auch wenn es nicht unbedingt ein modisches Highlight ist, sollte man auf keinem Fall ohne Helm fahren. Es geht um die eigene Sicherheit. Vor allem am Anfang, wo man mit Gewissheit den einen oder anderen Sturz erleiden muss. Auch hier sollte man sich von Experten beraten lassen, um die richtige Ausrüstung zu haben und schauen, dass die Bindungen korrekt eingestellt sind.

Wer sich außerhalb der Piste bewegt, sollte immer in Begleitung einer weiteren Person unterwegs sein. Sie kann in Gefahrensituationen schnell Hilfe holen. 

Ist eine Weiterführung der Kampagne sinnvoll und werden Skifahrer, Snowboarder und Rodler nicht schon zu sehr mit Regeln und Geboten vor den Kopf gestoßen?

Die Weiterführung der Sicherheitskampagne „Ich habe Spaß, ganz sicher!“ und die präventiven Maßnahmen, welche die einzelnen Skigebiete in Richtung Sicherheit ergreifen, halte ich  für sehr sinnvoll. 

Die Initiative hat bereits in vielen Südtiroler Skigebieten eine sehr positive Resonanz erzielt, vor allem Kinder und Jugendliche haben in den vergangenen Jahren großes Interesse und Beteiligung an dieser Initiative gezeigt. 

Im Namen der Seilbahnunternehmer Südtirols möchte ich mich bei allen, an den Sicherheitstagen beteiligten Personen, für ihren Einsatz im Zeichen der Unfallprävention bedanken und ihnen viel Erfolg wünschen. 

„Es gilt, noch weiter zu sensibilisieren“

Claudio Zorzi, Präsident der Landesberufskammer der Skilehrer, im Interview. 

Haben die zehn Jahre Sicherheitskampagne Früchte getragen?

 Ja, die gesamte Skiwelt wurde darauf aufmerksam, dass der Wintersport nicht gefährlich ist, wenn er mit Vernunft betrieben wird. Statistiken belegen, dass es seit Einführung der Helmpflicht 40 Prozent weniger zu schweren Unfällen kommt. Die Menschen wurden sensibler, was die Sicherheit vor allem der Kinder anbelangt. Durch den Stein, den wir ins Wasser geworfen haben, hat sich eine große Welle gebildet, um die wir auch außerhalb Südtirols beneidet werden. 

Worauf gilt es zu Saisonbeginn zu achten? 

Da bestehen Unterschiede, ob ich Anfänger oder versierter Skifahrer bin. Wichtig ist zuallererst, ob das Material, das ich im Keller habe, auch gut gewartet ist, ob die Kanten gut sind oder die Bindung wieder einzustellen ist. Dann sollte ich auf meine physische Konstitution achten. Das Gesundheitskonzept im Leben spielt heutzutage zwar eine wichtige Rolle, doch man sollte sich schon fragen, wie intensiv man den Sport betreiben will und kann. Wer sich nicht ganz sicher ist, kann sich bei den Skilehrern Tipps holen oder die Technik verfeinern.

Wie steht es um den Trend des Off-Piste-Fahrens und die Sicherheitsaspekte? 

Pulverschnee lockt außerhalb der Pisten, doch gerade dort ist es oft Lawinen gefährlich. Diesbezüglich gibt es tolle Kampagnen, auch in den Schulen, aber es gilt noch zu sensibilisieren. Off-Piste ist schön, man wirbt mit emotionalen Bilder, Stunts und Steilhängen. Doch die Message dieser Werbeclips ist zu hinterfragen.

Was wünschen Sie sich für die Wintersaison?

Ich wünsche auch heuer allen Skigebieten viel Erfolg und möchte mich bei allen Teilnehmern und Vereinen der Kampagne für die gute und professionelle Zusammenarbeit bedanken. 

stol