<b>Von Doris Ebner</b><BR /><BR />Unser Alltag ist geprägt von Routinen. Grundsätzlich ist das nichts Schlechtes, im Gegenteil: Gewohnheiten helfen uns dabei, Energie zu sparen und uns in einer immer komplexer werdenden Welt zurechtzufinden. Wenn wir jedoch beginnen, nicht nur unsere Abläufe, sondern auch unsere Reaktionen zu automatisieren, ist die Situation eine andere. Wir handeln zwar, doch ohne zu hinterfragen, ob das, was wir tun, in diesem Moment auch wirklich die beste Option ist. Auf Druck antworten wir völlig selbstverständlich mit Anspannung, auf Kritik mit Rechtfertigung, auf Unsicherheit mit Rückzug – und gleichzeitig geben wir die Kontrolle aus der Hand. <BR /><BR />Vielleicht kennen Sie das: Ein unbedachtes Wort Ihres Gegenübers reicht aus, um Sie innerlich aus der Balance zu bringen. Ein voller Terminkalender sorgt dafür, dass Sie von einem Punkt zum nächsten hetzen, ohne durchzuatmen. Oder Sie merken erst am Ende des Tages, dass Sie eigentlich die ganze Zeit funktioniert haben, aber kaum bewusst bei der Sache waren. In all diesen Momenten läuft etwas im Hintergrund, was wir nur selten wahrnehmen: der Autopilot. Unser Gehirn greift auf bekannte Muster zurück, bewertet Ereignisse blitzschnell und liefert uns eine scheinbar passende Reaktion. In einem Tempo, mit dem unsere rationalen Gedanken unmöglich mithalten können. Und genau das ist der Grund, warum wir nicht einmal bemerken, dass es auch Alternativen gegeben hätte. <h3> Einfach kurz innehalten</h3>Denn Alternativen existieren. Zwischen dem, was von außen auf uns einwirkt, und dem, was wir daraus machen, gibt es einen kleinen Moment, in dem wirkliche Freiheit entsteht. In diesem Augenblick haben wir die Möglichkeit, eine klare Entscheidung zu treffen: Reagiere ich wie immer? Oder wähle ich dieses Mal einen anderen Weg? <BR /><BR />Diesen Moment zu erkennen, ist gerade im Alltag oft alles andere als leicht. Ihn zu nutzen, ist noch weit schwerer. Wie vieles im Leben lässt sich aber auch das trainieren – beginnend mit einem erstaunlich einfachen ersten Schritt. Bevor Sie handeln, nehmen Sie sich eine kleine Pause. Drei Sekunden, in denen Sie sich fragen: „Was geschieht hier gerade? Und was brauche ich jetzt wirklich?“ So viel Zeit muss sein, und oft reicht das schon aus, um den Autopiloten zu durchbrechen und das, was passiert, aus einer völlig anderen Perspektive zu betrachten.<BR /><BR />Dabei dürfen Sie sich eines merken: Wer innehält, ist nicht schwach, sondern zeigt, dass er ein ebenso bedeutendes wie umfangreiches Konzept beherrscht – Selbstführung. Die Kompetenz, Prozesse bewusst zu steuern. Und weit vorher überhaupt zu erkennen, dass es möglich ist. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1172901_image" /></div> <BR />Doris Ebner ist diplomierte Neuromentaltrainerin. Im Rahmen ihrer Ausbildung hat sie ihre Faszination für die Gehirnforschung und die Kraft der Gedanken entdeckt und erfahren, welche Möglichkeiten darin verborgen liegen. Ihre besondere Begeisterung gilt dem Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, weshalb sie mit Leidenschaft ihr Wissen an andere Menschen weitergibt und sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Zudem hat Doris Ebner Germanistik und Musik studiert und arbeitet als Redakteurin.