„In den vergangenen Jahren hat sich viel in Südtirol verändert: Wetterextreme wie der Sturm Vaia im Herbst 2018 haben die Landschaft neu geformt. Dort, wo zuerst ausgedehnte Fichtenwälder standen, werden voraussichtlich Mischwaldbestände entstehen – ideale Lebensräume für andere Tier- und Pflanzenarten“, sagt der Karneider Jagdaufseher Markus Zelger.<BR /><BR /><BR /><i>Von Benno Zöggeler</i><BR /><BR /><BR />Seit über einem Jahr ist Markus Zelger nun Jagdaufseher in den Revieren Karneid und Welschnofen. Er folgt auf Richard Vieider, der 2019 in Pension gegangen ist. Zelger betreut eine Fläche von rund 8000 Hektar. Die Jagdreviere erstrecken sich vom Talkessel bei Blumau und Kardaun bis zur Grenze zur Nachbarprovinz entlang des Rosengartens. <BR /><BR />Der Deutschnofner ist Ansprechpartner für die 75 Jägerinnen und Jäger der Reviere Karneid und Welschnofen, aber auch für die Bevölkerung, wenn es um das Thema Wild geht. „Zu meinen Aufgaben zählen neben der Jagdaufsicht vor allem das Wild-Monitoring, Bestandserhebungen und Lebensraumverbesserungen für die Wildtiere“, sagt Zelger. Er kümmert sich zudem in Zusammenarbeit mit den Jägern um die Instandhaltung von Reviereinrichtungen und ist zuständig für krankes und verletztes Wild. <BR /><BR /><b>Harte Zeit für Tiere</b><BR /><BR />Der Sturm Vaia hat vor 2 Jahren seine Spuren in Welschnofen und Karneid hinterlassen, aber auch der Schneedruck der vergangenen Jahre ist nicht zu übersehen. „Schneereiche Winter stellen für die meisten Wildtiere eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund des mageren Futterangebots fahren sie ihren Stoffwechsel herunter und schalten auf Reserve“, sagt Jagdaufseher Zelger. <BR /><BR />In dieser harten Zeit bräuchten die Tiere eigentlich besonders viel Ruhe, was heuer leider nicht der Fall war. Teilweise von der Ausgangssperre bedingt suchten besonders viele Menschen Rückzug in der Natur und verbringen ihre Freizeit mit Skitourengehen und Wandern. „Bei solchen Aktivitäten sollte man auf den markierten Routen und Wegen bleiben, dann stört man das Wild am wenigsten“, sagt Zelger. <BR /><BR />Ein besonderes Problem stellen zudem auch in seinem Revier freilaufende Hunde dar. Für die Wildtiere könne eine kraftraubende Flucht im Tiefschnee das Todesurteil sein. Deshalb erinnert Zelger die Hundehalter daran, die Leinenpflicht einzuhalten. „Auch im anstehenden Frühling gilt es weiterhin Rücksicht auf die Wildtiere zu nehmen, denn sie müssen sich vom Winter erst erholen“, sagt Zelger.<BR /><BR /><b>Probleme mit Hunden</b><BR /><BR />Außerdem beginne die Brut- und Setzzeit, in der die Tiere besonders sensibel auf Störungen reagieren, „Auch jetzt sollten sich Naturgenießer an die markierten Wege halten und ihre Hunde anleinen“, mahnt der Jagdaufseher. Ein weiteres Problem im Frühling seien die Wanderungen des Wildes von ihrem Wintereinstand zum Sommereinstand. Dabei muss das Wild häufig vielbefahrene Straßen überqueren und es komme vermehrt zu Wildunfällen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-48365126_quote" /><BR /><BR />„Deshalb gilt es besonders aufmerksam zu sein, wenn man in der Dämmerung oder nachts mit dem Auto unterwegs ist. Kommt es dann trotzdem zu einem Unfall, muss der Fahrzeuglenker dies dem zuständigen Revierleiter, Jagdaufseher oder der Forstbehörde innerhalb 24 Stunden melden“, sagt Zelger – auch wenn das Tier sofort flieht, kann es verletzt sein und später verenden.<BR /><BR />Ein Wildunfall ist keineswegs eine Straftat, wie viele fälschlicherweise glauben. „Der Unfall muss in erster Linie gemeldet werden, damit das meist schwerverletzte Wild erlöst werden kann. Das Tier gehört dann dem Unfalllenker,“ sagt Zelger.