Dienstag, 15. September 2020

Immer nur in der Tracht

Ihr Leben lang hat Klara Ebnicher Unterweger nur die Sarner Tracht getragen. Das „Gwand“ ist aber bei weitem nicht die einzige Besonderheit dieser unerschrockenen Frau.

Die 94-jährige Klara Ebnicher Unterweger in ihrer Werktagstracht.
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Die 94-jährige Klara Ebnicher Unterweger in ihrer Werktagstracht. - Foto: © DLife
Ihr ganzes Leben hatte die waschechte Sarnerin nichts anderes an als das „Bairische“: wochentags einen „Kietl“ aus blauem Baumwollstoff mit weißen Pünktchen, buntem Tuch und geblümtem Schurz, an Feiertagen ein Kleid aus schwarzem Wolltuch, dazu ein Seidentüchlein mit oder ohne Fransen und eine passende „Firte“.

Zwei Schubladen voller Schürzen gibt es in Klara Ebnichers Kleiderschrank – die meisten sind selbstgenäht. Nach einem Wintermantel, einer Regenjacke oder gar einem Paar Hosen sucht man darin vergebens. Selbst bei eisiger Kälte reicht ihr nach wie vor ein kurzer „Jangger“.
Dass sie die Tracht schon als kleines Kind trug, daran kann sich Klara noch genau erinnern. „Ich weiß sogar, dass mir der Kietl viel zu groß war und Mutter ihn am Rücken etwas einnähen musste.“ Und weil das traditionelle Gewand so praktisch ist und man darin immer ordentlich aussieht, habe sie es seitdem nicht mehr abgelegt.


Außerdem im aktuellen Heft: ein Interview mit der Brunecker Architektin Ursula Unterpertinger über die Rolle der Frauen in der heimischen Architekturszene, ein Gespräch mit dem Bozner Kinderarzt Dr. Franz Rottensteiner über die Grippeimpfung im Corona-Jahr, die neuen Accessoire-Trends für Herbst und Winter, vier Sonderseiten zum Thema Heiraten.

mc