Samstag, 15. August 2015

Indiens Regierungschef will Armen helfen und Korruption bekämpfen

Indiens Ministerpräsident Narendra Modi will sein Image als Freund der Wirtschaftsbosse abstreifen und verspricht mehr Hilfe für die Armen im Land. „Die Bauern brauchen Schutz“, sagte Modi am Samstag in Neu-Delhi in seiner Rede zum Unabhängigkeitstag.

Foto: © APA/AP

60 Jahre lang sei dem Wohlstand der Landbevölkerung kaum Aufmerksamkeit geschenkt worden. „Wir wollen das ändern.“

Der Regierungschef verwies auf die Schritte, die sein „Team India“ unternommen habe, um den Millionen Armen Zugang zu Banken und Versicherungen zu verschaffen, auf seine Politik für Arbeiter und Bauern und auf die Fortschritte im Kampf gegen Inflation und Korruption. Was Modi nicht erwähnte, war sein Projekt „Make in India“, mit dem er Investoren locken und die industrielle Revolution beschleunigen will.

Der Hindu-Nationalist Modi hatte auch wegen des Versprechens rascher Wirtschaftsreformen vor gut einem Jahr einen Erdrutschsieg erzielt. Doch die Reformen kommen schleppender voran als erwartet. Im Parlament stoßen die Pläne für industriefreundliche Land- und Steuerreformen auf Widerstand.

Modi sagte, er erwäge Anreize für die Unternehmen, damit sie mehr Stellen schaffen. Arbeiter sollten abhängig von ihrer Leistung eingestellt werden, forderte er – und das in einem Land, in dem es vor allem auf Beziehungen ankommt. Dass Modi in seiner wichtigen Rede zum Jahrestag der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien die Bauern und Armen in den Mittelpunkt rückt, liegt nicht zuletzt an der bevorstehenden schwierigen Wahl in Bihar.

Der Bundesstaat ist von Landwirtschaft geprägt, und die Opposition dort macht Wahlkampf mit dem Vorwurf, Modis wirtschaftsfreundliche Politik schade den Armen.

apa/reuters

stol