Freitag, 22. September 2017

Innsbruck: Hermann Glettler soll neuer Diözesanbischof werden

Der Bischofsvikar der Diözese Graz-Seckau, Hermann Glettler, soll neuer Innsbrucker Diözesanbischof werden. Dies berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ in ihrer Onlineausgabe unter Berufung auf „Kreise in Rom“.

Hermann Glettler soll neuer Innsbrucker Diözesanbischof werden.
Hermann Glettler soll neuer Innsbrucker Diözesanbischof werden.

In der Diözese Innsbruck wollte man dies gegenüber der APA vorerst nicht bestätigen. Man sei „überrascht“ über diese Meldung, sagte eine Sprecherin.

Innsbruck wartet seit Jänner 2016 auf einen Nachfolger von Bischof Manfred Scheuer. Scheuer war nach Linz gewechselt. Die lange Sedisvakanz hatte zuletzt sowohl kirchenintern als auch auf politischer Seite für Unverständnis gesorgt. So hatte etwa Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) mehrmals auf eine rasche Bischofsernennung gedrängt.

Vita und Werk Glettlers

Mit Hermann Glettler steht ein vielseitiger Geistlicher in Innsbruck offenbar „ante portas“. Der 52-jährige Bischofsvikar der Diözese Graz-Seckau ist selbst als Künstler aktiv und engagiert sich besonders auch für sozial Benachteiligte und Flüchtlinge.

Glettler wurde 1965 in Übelbach (Bezirk Graz-Umgebung) geboren. Nach der Matura am Bischöflichen Seminar und Gymnasium studierte er Theologie und Kunstgeschichte in Graz, Tübingen und München. Seit 1987 ist er Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel. 1991 wurde Glettler zum Priester für die Diözese Graz-Seckau geweiht.

Nach Kaplansjahren in Judenburg-St. Nikolaus und Wagna verbrachte er 1998/99 ein Fortbildungsjahr in St. Nicolas des Champs in Paris. Von 1999 bis 2016 war er Pfarrer im Pfarrverband Graz St. Andrä-Karlau. Im September 2016 wurde er zum Bischofsvikar für Caritas und Evangelisation in der Diözese Graz-Seckau bestellt. Als Provisor leitete er die Pfarre Graz-Christus der Salvator.

„Künstlerpfarrer“

Bemerkenswert ist des Bischofsvikars Faible für die Kunst. In Graz lief vor kurzem eine Ausstellung mit seinen eigenen Werken unter dem Titel „Glettler privat“ – in augenzwinkernder Anlehnung an Josef Haders gleichnamiges Kabarettprogramm.

In der Ausstellung zeigt er Arbeiten aus der eigenen Kunstproduktion, aber auch Versatzstücke aus seiner ehemaligen Wohnungseinrichtung in der Grazer Pfarre St. Andrä. „Die visuellen Dokumente und Leerstellen schaffen eine fiktive Privatheit, die als Projektionsfläche unterschiedlichste Sehnsuchtsbilder erzeugt“, sagte der Steirer kürzlich den „Salzburger Nachrichten“.

apa

stol