Mittwoch, 27. September 2017

Internet-Domain „Die Blauen“ unter Namen von Petry registriert

Unter dem Namen der Noch-Parteivorsitzenden der AfD, Frauke Petry, ist die Internet-Adresse dieblauen.de registriert worden. Ob die Domain aber tatsächlich Petry gehört, kann man dem öffentlichen Eintrag bei der Registrierungsstelle Denic eG nicht entnehmen.

Auch auf Twitter tauchten am Mittwoch Profile unter dem Namen „Die Blauen“ auf. Ob der Account Frauke Petry gehört, ist noch nicht bestätigt. - Foto: Screenshot Twitter
Auch auf Twitter tauchten am Mittwoch Profile unter dem Namen „Die Blauen“ auf. Ob der Account Frauke Petry gehört, ist noch nicht bestätigt. - Foto: Screenshot Twitter

Der Domain-Eintag nährte Gerüchte, wonach Petry und ihr Mann Marcus Pretzell eine neue Partei „Die Blauen“ gründen wollen. Petry und Pretzell hatten am Dienstag angekündigt, ihre Ämter niederzulegen und aus der AfD auszutreten. Petry hatte das mit der „Radikalisierung“ der Partei begründet.

Die Domain dieblauen.de existiert bereits seit dem 11. Juli 2009 und wurde am 19. Januar 2016 auf den Web-Dienstleister United Domains übertragen. Die letzte Änderung an dem Domain-Eintrag wurde am 3. Juli 2017 vorgenommen. Aus öffentlich einsehbaren Einträgen kann man nicht rekonstruieren, wer die Domain ursprünglich eingerichtet hat oder ob die Domain dieblauen.de im Laufe der Zeit verkauft wurde. Bei der Registrierung einer Internet-Adresse muss man in Deutschland keinen Ausweis vorlegen.

Auch auf Twitter tauchten am Mittwoch Profile unter dem Namen „Die Blauen“ auf. 

Petry hat am Mittwoch Stellung genommen

Die aus der AfD scheidende Politikerin Frauke Petry hat nach eigenen Angaben eine Internetadresse „dieblauen.de“ angemeldet. Eine Partei stecke aber nicht dahinter, sagte sie am Mittwoch am Rande einer Sitzung des sächsischen Landtages in Dresden.

Das „Blau“ verkörpere eine Idee, sei aber kein Parteiname. Sie werde sich zu gegebener Zeit dazu äußern. Es sei noch zu früh, um über Details zu sprechen: „Mehr möchte ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht darüber sagen.“ Petry bekräftigte, dass sie politisch aktiv bleiben wolle.

Petry nahm nach ihrem Austritt aus der sächsischen AfD-Landtagsfraktion am Mittwoch mit ihren beiden Mitstreitern Kirsten Muster und Uwe Wurlitzer in der letzten Reihe der AfD-Fraktion im Plenarsaal als fraktionslose Abgeordnete Platz. Eine räumliche Trennung soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Das Trio wurde bei der Landtagssitzung aber von mehreren ihrer früheren Kollegen mit Handschlag begrüßt.

Petry räumte ein, dass es menschlich eine schwierige Situation sei: „Wenn man sich von einer Partei trennt, da hängen auch Emotionen dran.“ Man versuche aber, das menschlich fair durchzuziehen. Man sollte das so handhaben „wie bei einer Ehescheidung, wenn Kinder betroffen sind“, sagte sie.

dpa

stol