Montag, 20. April 2015

IOM fordert Wiederaufnahme von „Mare Nostrum“

Nach der jüngsten Flüchtlingstragödie im Mittelmeer hat die Internationale Organisation für Migration (IOM) die sofortige Wiederaufnahme der Mission „Mare Nostrum“ zur Rettung von Flüchtlingen auf See gefordert.

Foto: © LaPresse

„Mare Nostrum“ müsse mit der nötigen Unterstützung versehen werden, sagte IOM-Chef William Lacy Swing am Montag am Rand einer Konferenz in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.

Swing wies darauf hin, dass „Mare Nostrum“ zwischen Oktober 2013 und Dezember vergangenen Jahres rund 200.000 Menschen gerettet habe.

Italiens Marine hatte die Mission gestartet, nachdem Ende 2013 vor der italienischen Insel Lampedusa mehr als 400 Flüchtlinge ertrunken waren. Der Einsatz, für den Italien pro Monat neun Millionen Euro aufbrachte, wurde im Oktober 2014 aus Kostengründen gestoppt.

Im vergangenen Oktober begann die europäische Grenzschutzagentur Frontex ihren eigenen Einsatz: Die mit drei Millionen Euro monatlich ausgestattete Operation „Triton“.

Der Fokus der Operation liegt jedoch auf der Sicherung der EU-Außengrenzen und nicht primär auf der Rettung von Flüchtlingen aus Seenot.

Eine Million Flüchtlinge warten in Libyen auf Überfahrt

Bis zu einer Million Flüchtlinge warten in Libyen nach Angaben der italienischen Justiz auf die Überfahrt nach Europa. 

Dies gehe aus den ihnen vorliegenden Daten hervor, sagte Maurizio Scalia von der Staatsanwaltschaft in Palermo am Montag.

Die Migranten kämen vor allem aus Syrien und den afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

apa/afp/dpa

stol