Mittwoch, 02. November 2016

Irakische Armee erstmals in IS-Hochburg Mosul

Die irakische Armee ist rund zwei Wochen nach Beginn der Großoffensive auf die IS-Hochburg Mosul nach eigenen Angaben erstmals auf das Stadtgebiet vorgedrungen.

Nach eigenen Angaben ist die irakische Armee bis ins Stadtgebiet von Mosul vorgedrungen.
Nach eigenen Angaben ist die irakische Armee bis ins Stadtgebiet von Mosul vorgedrungen. - Foto: © APA/AFP

Eliteeinheiten erreichten bereits am Dienstag die Stadtgrenze und überquerten sie, wie der Chef der Anti-Terror-Kräfte, Talib Shaghati, dem Staatssender Al-Iraqiya sagte. „Wir haben nun die eigentliche Befreiung Mosuls begonnen.“

Irakische Eliteeinheiten nahmen zudem den Ort Gogjali am östlichen Stadtrand Mosuls und ein TV-Gebäude direkt an der Stadtgrenze ein, wie die Armee mitteilte. Der Vormarsch gehe weiter. Der kurdische TV-Sender Rudaw berichtete von heftigen Kämpfen in Gogjali.

Kämpfe könnten noch Monate dauern

Trotz des Vormarschs an die Stadtgrenze dürfte die Schlacht um die letzte Bastion der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak noch Wochen oder sogar Monate dauern. Die Extremisten verteidigen sich gegen die Angreifer mit Selbstmordattentätern und Scharfschützen.

Zudem haben sie Tunnelsysteme ausgehoben, in denen sie sich geschützt bewegen können. Denn Angreifern drohen blutige Straßenkämpfe.

IS verwendet Zivilisten als menschliche Schutzschilde

Schwierig ist die Offensive für die Angreifer auch, weil der IS nach UN-Erkenntnissen Tausende Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht. Demnach hätten IS-Kämpfer Montagfrüh „etwa 25.000 Zivilisten“ aus der Ortschaft Hamam al-Alil mit Lastwagen und Bussen zu Stellungen in und um Mosul transportieren wollen.

Möglicherweise würden die Zivilisten bei der Rückeroberung von Mosul durch irakische Regierungstruppen als Schutzschilde benutzt, warnte eine Sprecherin des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Ravina Shamdasani, in Genf.

Die UNO sei „ernsthaft besorgt“ über die Sicherheit dieser Menschen sowie „über die von Zehntausenden anderen Zivilisten, die in den vergangenen zwei Wochen mit Gewalt fortgebracht wurden“, sagte Shamdasani. Auf die Frage nach der Glaubwürdigkeit der jüngsten Berichte sagte sie, es handle sich um „Rohinformationen“, die noch überprüft werden müssten.

apa/dpa/afp

stol