Sonntag, 22. Januar 2017

Irakische Armee vertrieb weitere IS-Kämpfer aus dem Osten von Mosul

Bei ihrer Offensive zur Rückeroberung der IS-Hochburg Mosul haben die irakischen Streitkräfte nach eigenen Angaben die letzten verbliebenen Jihadisten aus den bereits zurückeroberten östlichen Stadtteilen vertrieben.

Irakische Streitkräfte in den zurückeroberten Straßen Mosuls.
Irakische Streitkräfte in den zurückeroberten Straßen Mosuls. - Foto: © APA/AFP

Die Soldaten hätten mit den Vierteln Al-Milajin und Al-Binaa al-Jasis die letzten Widerstandsnester der Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) erobert und die irakische Fahne auf den Dächern gehisst, erklärte die Armee am Sonntag.

Wichtige Verbindungsstraße zurückerobert

Die Streitkräfte gaben zudem die Rückeroberung der Straße zwischen Mosul und Dohuk bekannt. Dohuk ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der autonomen Region Kurdistan.
Der Fluss Tigris trennt Mosul in einen östlichen und einen westlichen Teil. Das Ostufer ist nun nahezu komplett wieder unter Kontrolle der Regierung. Lediglich das nördliche Viertel Rashidijah wird noch vom IS beherrscht.

Der westliche Teil von Mosul ist kleiner, aber dichter besiedelt und weiter unter der Kontrolle des IS. In den kommenden Tagen wollen die irakischen Armeekommandanten und ihre Verbündeten über eine Strategie zur Rückeroberung des Westufers des Tigris beraten.

Am Mittwoch hatten der irakische Regierungschef Haider al-Abadi und ranghohe Militärvertreter bereits die „Befreiung“ des Ostens von Mosul verkündet. Sie räumten zugleich allerdings ein, dass es noch einige Widerstandsnester gab.

Seit Oktober wird in Mosul gekämpft

Die IS-Jihadisten hatten 2014 weite Teile des Irak erobert. Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung von Mosul, hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi dort in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das „Kalifat“ des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen.

In den vergangenen Monaten eroberten die irakische Armee und kurdische Einheiten viele Gebiete zurück, mittlerweile ist Mosul die letzte große Stadt im Irak, die noch teilweise vom IS gehalten wird. Die Offensive auf Mosul, die am 17. Oktober begann, wird von der US-geführten Anti-IS-Koalition durch Luftangriffe unterstützt. Auch kurdische Peshmerga-Einheiten sind beteiligt.

apa/afp

stol