Samstag, 25. Februar 2017

Irans Präsident warnt vor Religionsstreit im Syrien-Konflikt

Der iranische Präsident Hassan Rohani hat vor einer Überbewertung religiöser Differenzen zwischen Schiiten und Sunniten bei der Beilegung des Syrien-Konflikts gewarnt. „Wir glauben alle an den gleichen Gott und sitzen alle im selben Boot“, sagte er am Samstag.

Wieso sollte es dann statt einer konstruktiven Zusammenarbeit Differenzen um die islamische Religionsrichtung – schiitisch und sunnitisch – geben, fragte der Staatschef laut Präsidialamt.

Im Syrien-Konflikt unterstützt der schiitische Iran Machthaber Bashar al-Assad und die sunnitische Türkei und Saudi Arabien die Anti-Assad-Rebellen. Dem Iran wird vorgeworfen, sowohl in Syrien als auch im mehrheitlich schiitischen Irak eine schiitische Vormachtstellung erlangen zu wollen. Der Iran hat diese Vorwürfe stets zurückgewiesen. Teheran behauptet, die Bekämpfung der sunnitischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) solle für Frieden und Stabilität in der Region sorgen.

Rohani betonte, sein Land werde bei außenpolitischen Konflikten weiter auf Diplomatie setzen. „Manche glauben, dass sie bei jedem politischen Streit gleich die Faust rausholen und rumschreien müssen“, sagte er. Die Kunst der Diplomatie sei aber, Differenzen reibungslos zu lösen.

Das war seiner Ansicht nach auch die wichtigste Botschaft des Wiener Atomabkommens von 2015 mit den Weltmächten. Vor dem Abkommen sei der Iran eine Bedrohung für die internationale Gemeinschaft gewesen, seither aber ein potenzieller Partner, sagte Rohani.

apa/dpa

stol