Montag, 15. Mai 2017

Irans Ruhani: Politischen Missbrauch von Religion nicht zulassen

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl im Iran nimmt Präsident Hassan Ruhani bei der Kritik an seinen politischen Gegnern kein Blatt mehr vor dem Mund. In einer Wahlrede in Sari im Nordiran mahnte er die Iraner, einen politischen Missbrauch von Religion nicht zuzulassen.

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl im Iran nimmt Präsident Hassan Ruhani bei der Kritik an seinen politischen Gegnern kein Blatt mehr vor dem Mund.
Wenige Tage vor der Präsidentenwahl im Iran nimmt Präsident Hassan Ruhani bei der Kritik an seinen politischen Gegnern kein Blatt mehr vor dem Mund.

„Der Glaube sollte nicht für Machtbesessenheit missbraucht werden, sondern die Macht sollte dazu genutzt werden, den Glauben zu stärken“, sagte er am Montag, wie die Tageszeitung „Shargh“ auf ihrer Twitter-Seite berichtete.

Die Kritik des Präsidenten ging direkt an die Adresse des erzkonservativen Klerus und dessen Spitzenkandidaten Ebrahim Raeissi. Ihnen warf er außerdem Engstirnigkeit vor, vor allem wegen des Verbots der im Iran äußerst populären sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook.

„Die glauben doch glatt, dass diese sozialen Netzwerke Iraner zu Ungläubigen und Dissidenten machen würden“, sagte Ruhani. Dies sei engstirnig und beleidigend.

Ruhani ist seit seinem Amtsantritt im August 2013 für mehr Internetfreiheiten. In den vergangenen fast vier Jahren war er diesbezüglich jedoch gegen die erzkonservative Justiz machtlos.

dpa

stol