Dienstag, 19. Januar 2016

IS bestätigt Tod von "Jihadi John"

Der britische IS-Extremist Mohammed Emwazi, genannt „Jihadi-John“, ist im November 2015 bei einem US-Luftangriff in Nordsyrien getötet worden.

Mohammed Emwazi alias Jihadi John in jungen Jahren. Foto:  Channel 4 News/PA Wire
Mohammed Emwazi alias Jihadi John in jungen Jahren. Foto: Channel 4 News/PA Wire

Das hat der sogenannte "Islamische Staat" am Dienstagabend in einer eigenen Online-Publikation bestätigt. Emwazis Auto sei bei dem Angriff zerstört worden, er selbst sei „sofort“ tot gewesen.

Emwazi, ein in Kuwait geborener Brite mit irakischen Wurzeln, war in mehreren Videos der IS-Miliz zu sehen, wie er schwarz gekleidet und vermummt westliche Journalisten und Entwicklungshelfer mit einem Messer enthauptete.

Das erste Video vom August 2014 zeigte ihn, wie er den am Boden knienden US-Journalisten James Foley tötete.

2 Wochen später enthauptete er den US-Journalisten Steven Sotloff. Es folgten weitere Enthauptungsvideos, die im Westen zum Symbol für die Grausamkeit der IS-Jihadisten in Syrien und im Irak wurden.

Wegen seines britischen Akzents in den Videos wurde Emwazi von den Medien „Jihadi John“ genannt. Später frei gekommene Geiseln beschrieben ihn als „kalt, sadistisch und gnadenlos“.

Er war einer der meistgesuchten Extremisten weltweit und ein Symbol für die Gräueltaten des IS, der weite Teile Syriens und des Iraks kontrolliert.

Aus US-Regierungskreisen verlautete im November 2015, Emwazi sei bei dem Angriff in der IS-Hauptstadt Raqqa ums Leben gekommen.

Experten erklärten nach dem Drohnenangriff, dass der IS durch den Tod Emwazis nicht entscheidend geschwächt werde.

„Aber die symbolische Bedeutung ist natürlich erheblich“, betonte der Extremismusexperte Peter Neumann vom Londoner King's College im November 2015.

Der Tod des berüchtigten Jihadisten wäre „symbolisch sehr wichtig“, sagte auch der IS-Experte Charlie Winter.

Der britische Sicherheitsexperte Raffaello Pantucci äußerte sich zurückhaltender: „Taktisch gesehen ändert es eigentlich nichts für die Gruppe.“

apa/reuters/afp

stol