Dienstag, 08. November 2016

IS in ihren Hochburgen Mosul und Raqqa in Bedrängnis

Die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist in ihren Hochburgen Mosul im Irak und Raqqa in Syrien am Montag zusehends in Bedrängnis geraten.

Die Kämpfe gegen den IS werden fortgesetzt.
Die Kämpfe gegen den IS werden fortgesetzt. - Foto: © APA/Reuters

Von Osten kommend rückten Einheiten der irakischen Polizei, der Armee und Eliteeinheiten des Innenministeriums am Vormittag in die etwa 15 Kilometer südöstlich von Mosul am Westufer des Tigris gelegene Ortschaft Hammam al-Alil, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Einige Einwohner öffneten sofort ihre Geschäfte, andere suchten die örtlichen Schwefelquellen auf. Die Truppen näherten sich damit weiter dem südlich von Mosul gelegenen internationalen Flughafen.

Bei ihrem Vormarsch entdeckten die irakischen Streitkräfte nach eigenen Angaben westlich von Hammam al-Alil ein Massengrab. Das Oberkommando der Streitkräfte, die am Einsatz gegen den IS beteiligt sind, erklärte seinerseits, die irakischen Truppen hätten „100 Leichen von Zivilisten mit abgetrennten Köpfen“ gefunden.

Die Offensive zur Rückeroberung Mosuls begann am 17. Oktober. In der mehr als eine Million Einwohner zählenden Großstadt werden zwischen 3.000 und 5.000 IS-Kämpfer vermutet. Sollte die Stadt befreit werden, wäre der IS im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

Kurdische Einheiten mit Bodenoffensive

Auch östlich von Mosul wurde weiter gekämpft. Kurdische Einheiten starteten nach eigenen Angaben eine groß angelegte Bodenoffensive zur Einnahme der Stadt Bashiqa. Wie die Peshmerga mitteilten, stießen ihre Kämpfer von Norden, Osten und Süden nach Bashiqa vor und durchsuchten die Stadt nach IS-Kämpfern. Sie seien bis ins Zentrum von Bashiqa vorgedrungen und hätten das Rathaus eingenommen, sagte ein Kommandant. Mit der Einnahme von Bashiqa schließen die Angreifer eine der letzten Lücken an der Front östlich von Mosul.

Während die US-geführte Koalition im Irak mit den Regierungstruppen im Kampf gegen den IS kooperieren kann, muss sie in Syrien mit einer Vielzahl örtlicher Milizen zusammenarbeiten, die zugleich gegen den syrischen Staatschef Bashar al-Assad kämpfen. Die Unterstützung kurdischer Milizen in Syrien ist zudem dem NATO-Partner Türkei ein Dorn im Auge.

Die Offensive zur Rückeroberung von Raqqa wurde am Montag fortgesetzt.

apa/afp/dpa/reuters

stol