Montag, 02. Oktober 2017

IS reklamiert tödlichen Angriff in Marseille für sich

Die radikalislamische IS-Miliz hat den tödlichen Angriff auf zwei junge Frauen in Marseille für sich reklamiert.

Foto: © APA/AFP

Ein Extremist des sogenannten „Islamischen Staats“ sei für die Messerattacke am Sonntag verantwortlich, meldete das IS-Propagandasprachrohr Amaq am Abend unter Berufung auf eine „Sicherheitsquelle“.

Am wichtigsten Bahnhof von Marseille hatte ein Mann am Sonntag zwei junge Frauen getötet, bevor er selbst von Soldaten erschossen wurde. Nach Angaben aus Ermittlungskreisen erstach er eine Frau und schnitt der anderen die Kehle durch. Laut Polizeigewerkschaft Unsa-Police waren die Opfer 17 und 20 Jahre alt.

Der französische Innenminister Gerard Collomb sagte bei einem Besuch vor Ort, mehrere Zeugen hätten ausgesagt, dass der Angreifer „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen habe. Die Pariser Anti-Terrorstaatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Der neuerliche Angriff ereignete sich zwei Tage vor der Parlamentsabstimmung über einen umstrittenen Entwurf für ein Anti-Terrorgesetz. Demnach sollen bestimmte Maßnahmen des geltenden Ausnahmezustands in normales Recht überführt werden. Den Ausnahmezustand hatte die Regierung des ehemaligen Präsidenten Francois Hollande nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 mit 130 Toten verhängt.

Am Montag beginnt in Paris der Prozess gegen Abdelkader Merah, dessen Bruder eine jüdische Schule in Toulouse angegriffen hatte. Abdelkader Merah wird Beihilfe zur Last gelegt. Mohammed Merah hatte im März 2012 vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer erschossen. Der Jihadist tötete zudem drei Soldaten. Bis zu der Tat vom Sonntag in Marseille wurden in Frankreich seit Anfang 2015 bei islamistischen Anschlägen bereits 239 Menschen getötet.

apa/afp/reuters

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stol