Samstag, 10. September 2016

Islamologe Guidère: Attentate durch Frauen ist neue IS-Strategie

Nach dem vereitelten Anschlag dreier Frauen in Paris warnt der französische Islamologe Mathieu Guidère vor einer neuen Strategie der Terrormiliz Islamischer Staat.

Der Fund dreier Gasflaschen in einem Auto in Paris (im Bild) führte die Polizei auf die Spur von drei IS-Terroristinnen. - Archivbild
Der Fund dreier Gasflaschen in einem Auto in Paris (im Bild) führte die Polizei auf die Spur von drei IS-Terroristinnen. - Archivbild - Foto: © APA/AFP

Es sei das erste Mal, dass der Islamische Staat Frauen zum Einsatz als „Mudschahida“, Kämpferin für Gott, aufgefordert habe, sagte der Spezialist in einem Interview der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ vom Samstag. Unzählige Frauen hätten daraufhin im Internet geantwortet „Auch ich will eine “Mudschahida„ sein“.

Für diese neue Strategie führt Guidère mehrere Gründe an. Einer liege in der militärischen Defensive des IS in Syrien und Irak. Außerdem sei es für Frauen schwieriger geworden, sich den Dschihadisten in Syrien anzuschließen.

275 islamistische Französinnen derzeit in Syrien

„Eine Frau allein unterwegs in der Türkei zieht die Aufmerksamkeit an“, erklärte der Autor zahlreicher Veröffentlichungen über Diskursstrategien des Islams, Propaganda und Sicherheit. Heute sollen sich 700 islamistische Franzosen in Syrien befinden, darunter 275 Frauen.

Die Polizei hatte am Donnerstag bei einer Anti-Terroraktion rund 25 Kilometer südlich von Paris 3 Frauen festgenommen. Sie wollten ein Terrorattentat in Paris verüben. Frankreich ist in den vergangenen Monaten von mehreren Attentaten erschüttert worden. Erstmals wurde ein schwerer Anschlag von Frauen geplant.

dpa

stol