Donnerstag, 16. November 2017

Israel bereit zur Kooperation mit Saudi-Arabien gegen Iran

Israel hat sich zur Kooperation mit Saudi-Arabien bereit erklärt, um dem wachsenden Einfluss des Iran in der Region zu begegnen.

Der jüdische Staat und das ultrakonservative Königreich unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.
Der jüdische Staat und das ultrakonservative Königreich unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. - Foto: © shutterstock

Israels Generalstabschef Gadi Eisenkot sagte am Donnerstag in einem Interview mit der saudi-arabischen Nachrichtenseite Elaph, sein Land sei bereit zum „Austausch von Erfahrungen mit den moderaten arabischen Ländern“.

Er sprach sich auch für einen „Austausch von Geheimdienstinformationen“ aus, um den Plänen des Iran „zur Kontrolle des Mittleren Osten“ zu begegnen. Eisenkot betonte, Israel und Saudi-Arabien hätten „viele gemeinsame Interessen“. Der jüdische Staat und das ultrakonservative Königreich unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.

Iran und Saudi-Arabien ringen um Einfluss

Der Iran und Saudi-Arabien ringen seit langem um Einfluss in Syrien, dem Irak und anderen Ländern der Region. Die Spannungen zwischen den beiden Regionalmächten hatten sich zuletzt weiter verschärft. Israel sieht den Iran als Bedrohung und ist besonders besorgt über die Präsenz der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon.

Anfang November trat Libanons Ministerpräsident Saad al-Hariri in Riad überraschend zurück, wobei er der Hisbollah vorwarf, den Libanon dominieren zu wollen. Die Hisbollah warf daraufhin Saudi-Arabien vor, Hariri zum Rücktritt gezwungen zu haben. Zudem beschuldigte die schiitische Bewegung Riad, Israel zu Angriffen auf sie zu drängen.

Israel führte zuletzt im Sommer 2006 einen verlustreichen Krieg gegen die Hisbollah. Eisenkot sagte nun, Israel habe „keine Absicht, einen Konflikt mit der Hisbollah im Libanon zu beginnen“, doch könne Israel keine „strategische Bedrohung“ dort tolerieren. Er sei glücklich über die Ruhe an der Grenze seit elf Jahren, doch gebe es Versuche des Iran, eine Eskalation zu erreichen, sagte Eisenkot.

 

apa/afp

stol