Freitag, 08. Dezember 2017

Israel bereitet sich auf mögliche Gewaltwelle vor

Aus Sorge vor einer neuen Eskalation der Gewalt im Jerusalem-Streit hat Israel seine Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Die radikal-islamische Hamas hat für Freitag zum Beginn eines neuen Palästinenser-Aufstands (Intifada) gegen Israel aufgerufen.

Wütende Proteste gegen die USA und Israel Foto: APA (AFP)
Wütende Proteste gegen die USA und Israel Foto: APA (AFP)

Nach der weltweit kritisierten Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, kam es in den Palästinenser-Gebieten bereits zu ersten gewaltsamen Unruhen und zu militärischen Aktionen. Angesichts der befürchteten Eskalation der Gewalt in der Region will der UNO-Sicherheitsrat noch im Tagesverlauf zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Die NATO-Partner Frankreich und Großbritannien als UNO-Vetomächte sowie weitere Mitglieder des Weltsicherheitsrates hatten das Treffen in New York beantragt.

Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen griffen die israelischen Streitkräfte am Donnerstagabend Stützpunkte der dort herrschenden Hamas an. Eine Rakete sei im Süden Israels explodiert, teilte das Militär mit. Daraufhin hätten ein Panzer und ein Kampfjet zwei Posten im Gazastreifen beschossen. Israel ziehe die Hamas für Angriffe aus dem Gazastreifen zur Rechenschaft, hieß es.

Hamas-Chef Ismail Haniyeh hatte erklärt, Trumps Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt komme einer „Kriegserklärung an die Palästinenser” gleich. Der Anführer der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, rief die arabischen und islamischen Staaten auf, eine neue Intifada finanziell, politisch und militärisch zu unterstützen und Jerusalem „zur ewigen Hauptstadt Palästinas” zu erklären.

Die gemäßigte Palästinenser-Regierung will die USA wegen der Jerusalem-Frage nicht mehr als Schirmherrin des Friedensprozesses akzeptieren. „Ihre Hilfe ist nicht erwünscht”, sagte Ministerpräsident Rami Hamdallah am Donnerstag im Gazastreifen.

Die israelischen Streitkräfte verstärkten in Erwartung von Gewaltausbrüchen ihre Präsenz im besetzten Westjordanland. Der Generalstab habe entschieden, mehrere zusätzliche Bataillone ins Westjordanland zu verlegen, teilte das Militär am Donnerstag mit.

Auch die israelische Polizei stellte sich auf Proteste besonders im Bereich Jerusalem ein. Die Polizei werde „entschlossen gegen jeden Versuch vorgehen, die Ordnung zu stören sowie Zivilisten oder Sicherheitskräfte anzugreifen”, sagte ein Sprecher.

apa/dpa

stol