Mittwoch, 01. Februar 2017

Israel billigt vor Räumung Amonas 3000 weitere Siedlerwohnungen

Die schon 2014 vom Gericht angeordnete Räumung der wilden Siedlung Amona steht offenbar kurz bevor. Dabei wird Gewalt befürchtet. Gleichzeitig genehmigt Israel den Bau Tausender neuer Siedlerwohnungen.

Foto: © APA/EPA

Ungeachtet internationaler Kritik hat Israel den Bau von 3000 neuen Siedlerwohnungen gebilligt. Ein Sprecher des Verteidigungsministers Avigdor Lieberman teilte am späten Dienstagabend mit, Lieberman habe dies mit Regierungschef Benjamin Netanjahu vereinbart. 2000 der Wohnungen dürften sofort errichtet werden.

Vor einer erwarteten Räumung des nicht genehmigten Außenpostens Amona blockierten Siedler unterdessen am Mittwochmorgen die Zufahrtsstraße zu dem Ort. Sie hätten Reifen in Brand gesetzt, Öl auf die Straße gegossen und Krähenfüße verstreut, berichteten israelische Medien. Sicherheitskräfte seien rund um Amona in Position gegangen.

Die israelische Armee hatte die Siedler in Amona aufgefordert, binnen 48 Stunden ihre Häuser zu verlassen. Die Armee bereite sich auf eine Räumung vor, sagte ein Sprecher am Dienstag. Die Verfügung sei bereits am Montag bei Amona ausgehängt worden, berichteten verschiedene Medien. Danach müssten die Anwohner schon am Mittwoch ausziehen.

Das Höchste Gericht in Jerusalem hatte angeordnet, den Ort mit seinen rund 280 Einwohnern bis zum 8. Februar zu räumen. Die nicht genehmigte Siedlung Amona liegt auf palästinensischem Privatland. Die Regierung versucht, alternative Standorte zu finden. Derzeit berät das Parlament auch über ein umstrittenes Gesetz, wonach in ähnlichen Fällen Israel die palästinensischen Landbesitzer finanziell entschädigen oder, wenn möglich, andere Grundstücke anbieten will.

dpa

stol