Sonntag, 27. Mai 2018

Israelische Luftangriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen

Die israelische Luftwaffe hat im Gazastreifen in der Nacht auf Sonntag Stellungen der radikalislamischen Hamas angegriffen. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht. Einige Raketen seien auf eine Übungseinrichtung der Hamas nahe der Stadt Rafah abgefeuert worden, andere auf eine Stellung westlich der Stadt Khan Younis, berichteten palästinensische Sicherheitskreise.

Mehrere Raketen feuerte die israelische Luftwaffe auf die Stellungen der Hamas ab.
Mehrere Raketen feuerte die israelische Luftwaffe auf die Stellungen der Hamas ab. - Foto: © APA/DPA

Es habe sich um Vergeltungsmaßnahmen für verbotene Grenzübertritte von Palästinensern aus dem Gazastreifen nach Israel gehandelt, hieß es. Zudem habe die Armee auf wiederholte versuchte Beschädigungen des Grenzzauns reagiert.

Zuvor hatten vier palästinensische Jugendliche Samstag früh den Grenzzaun zu Israel durchschnitten und einen israelischen Soldaten angegriffen. Darüber hinaus war Berichten zufolge ein an einem Lenkdrachen befestigter Brandsatz vom Gazastreifen nach Israel gesteuert worden, durch den ein Feuer in einem Wald ausgelöst wurde.

Die Spannungen an der Grenze sind seit dem 30. März stark gestiegen. An diesem Tag begannen die Palästinenser Proteste, bekannt unter dem Namen „Marsch der Rückkehr”. Sie fordern ein Recht auf Rückkehr in das heutige israelische Staatsgebiet. Israel lehnt das ab.

Die Palästinenser haben dabei am 15. Mai auch an die Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 erinnert. Auf die Proteste reagiert Israel mit Härte. Mittlerweile wurden mehr als 120 Palästinenser dabei getötet und mehr als 13.000 verletzt.

Zudem gab die israelische Armee am Samstag bekannt, dass ein am Donnerstag bei einem Einsatz im besetzten Westjordanland verletzter Soldat seinen Verletzungen erlegen sei. Der 20-jährige Ronen Lubarsky sei Samstag früh gestorben. Er war nach israelischen Medienangaben während des Einsatzes von einer Granitplatte am Kopf getroffen worden. Nach Armeeangaben hatten die Soldaten im Westjordanland nach verdächtigen Palästinensern gefahndet.

apa/dpa/ag.

stol