Montag, 14. August 2017

„Ist das jetzt Amerika?“: US-Stars schockiert von Charlottesville

Nach der Demonstration von Rechtsextremen in Charlottesville haben sich US-Promis entsetzt über die Eskalation der Gewalt gezeigt.

Nach dem Vorfall in Charlottesville ist es zu zahlreichen Protesten gegen Rassismus gekommen, auch vor dem Weißen Haus.
Nach dem Vorfall in Charlottesville ist es zu zahlreichen Protesten gegen Rassismus gekommen, auch vor dem Weißen Haus. - Foto: © APA/AFP

„Ist das jetzt Amerika?“, fragte Moderatorin Ellen DeGeneres (59) am Sonntag (Ortszeit) auf Twitter.

„Wie tragisch, dass wir an diesem Punkt angelangt sind“, schrieb Reality-Star Kim Kardashian (36). Schauspieler und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger (70) zeigte sich „entsetzt von den Bildern der Nazis“. „Es gibt kein weißes Amerika, es gibt nur die Vereinigten Staaten von Amerika“, fügte er wenig später hinzu.

Die Kritik der Stars richtete sich in vielen Fällen auch direkt gegen Präsident Donald Trump, der die Gewalt im Bundesstaat Virginia am Wochenende nur recht vage verurteilt hatte: „Bigotterie und Rassismus müssen von unserem Präsidenten ausgesprochen und verurteilt werden“, twitterte etwa Schauspieler Ben Stiller (51).

Sängerin Lady Gaga (31) schrieb, sie „bete dafür, dass sich ein wirklicher Führer erheben wird, der den Hass aus Amerika vertreiben wird“. Schauspielerin Alyssa Milano (44) kommentierte kurz und knapp: „Trumps Amerika“.

Tat kann als Terrorismus eingestuft werden

Der Angriff des mutmaßlichen Rechtsextremisten mit einem Auto auf Gegendemonstranten in Charlottesville kann nach Ansicht von US-Justizminister Jeff Sessions als „Terrorismus“ eingestuft werden. Sessions sagte am Montag dem Sender ABC, die Attacke mit einem Todesopfer und 19 Verletzten „passt zur Definition von einheimischem Terrorismus nach unserem Gesetz“.

Der Täter hatte sein Auto am Samstag offenbar absichtlich in eine Gruppe von Menschen gesteuert, die gegen einen rechtsextremen Aufmarsch protestierten. Sessions kündigte zugleich an, dass die Ermittlungen der Justiz in dem Fall mit dem Ziel der „härtesten Anklage“ geführt würden, denn dies sei „unzweifelhaft ein unakzeptabler, bösartiger Angriff“ gewesen. Das Justizministerium hat in dem Fall Ermittlungen auf Bundesebene eingeleitet, die US-Bundespolizei FBI ermittelt.

Der Fahrer des Wagens, ein 20-jähriger mutmaßlicher Neonazi aus Ohio, wurde festgenommen. Ihm wird Mord mit bedingtem Vorsatz vorgeworfen.

dpa

stol