Dienstag, 02. Mai 2017

Italien: Ärzte ohne Grenzen verurteilt „Hetzkampagne“ gegen NGOs

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat im italienischen Senat private Seenotretter gegen Vorwürfe verteidigt, mit Schleppern gemeinsame Sache zu machen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat im italienischen Senat private Seenotretter gegen Vorwürfe verteidigt, mit Schleppern gemeinsame Sache zu machen.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat im italienischen Senat private Seenotretter gegen Vorwürfe verteidigt, mit Schleppern gemeinsame Sache zu machen. - Foto: © LaPresse

„Die Hetzkampagne hat MSF genauso getroffen wie die anderen“, sagte der Präsident von MSF Italien, Loris De Filippi, am Dienstag in Rom nach der Anhörung.

„Tagtäglich müssen wir einen schändlichen Berg an Müll über uns ergehen lassen.“ Er sprach von Kriminalisierung der Nichtregierungsorganisationen für politische Zwecke.

In der vergangenen Woche hatten Äußerungen in verschiedenen italienischen Medien des sizilianischen Staatsanwalts Carmelo Zuccaro die Diskussion über die privaten Seenotretter angeheizt.

Seiner Ansicht nach könnten einige NGOs von Schleppern finanziert sein. Er äußerte außerdem die Vermutung, dass die NGOs Migranten nach Italien brächten, um die Wirtschaft des Landes zu schwächen.

Bereits zuvor sahen sich NGOs Vorwürfen ausgesetzt, ein Taxi für Flüchtlinge zu sein und mit ihren Rettungseinsätzen noch mehr Menschen nach Europa zu locken.

Zuccaro richtete seine Vorwürfe nicht gegen große Organisationen wie Save the Children oder Ärzte ohne Grenzen. Laut MSF wurde die Hilfsorganisation bisher noch nicht von der Staatsanwaltschaft kontaktiert.

Seit 2015 hat MSF nach eigenen Angaben 60.390 Menschen im Mittelmeer gerettet. Die Hilfsorganisation fordert legale Fluchtwege nach Europa, damit sich die Migranten nicht mehr in die Hände von Schleppern begeben.

apa/dpa

stol