Sonntag, 01. März 2015

Italien entsendet Kriegsschiffe vor Lybiens Küste

Italienische Kriegsschiffe sind von den Hafenstädten La Spezia und Taranto in Richtung Libyen gestartet. Die Schiffe beteiligen sich an einem Training vor der libyschen Küste, sind jedoch zum Eingriff bereit, sollte der Konflikt im nordafrikanischen Land eskalieren, berichteten italienische Medien am Sonntag.

Foto: © LaPresse

„Wir trainieren unsere Militärs, was aber nichts mit anderen Szenarien zu tun hat“, betonte Admiral Pierpaolo Ribuffo, der das Training in italienischen Gewässern vor Libyen koordiniert.

Laut der Tageszeitung „La Stampa“ besteht große Sorge in Rom vor einer Verschärfung des Konflikts in Libyen. Italien befürchtet nicht nur eine zunehmende Flüchtlingswelle, sondern bangt auch um die Öllieferungen aus seiner ehemaligen Kolonie.

Der italienische Öl-Riese Eni ist seit Jahrzehnten in Libyen stark präsent. Der Konzern betreibt die 520 Kilometer lange Gaspipeline Greenstream, die unter dem Meer Gas vom libyschen Mellitah nach Gela auf Sizilien führt. 20.000 Soldaten der Regierung in Tobruk schützen die Struktur aus Angst, sie könnte in die Hände von IS-Kämpfern geraten.

Geheimdienst warnt vor Anschlägen

In Libyen konkurrieren zwei Regierungen, die von verfeindeten Milizen unterstützt werden. Die eine herrscht von der Hauptstadt Tripolis aus, die vom Westen unterstützte Regierung ist nach Tobruk im Nordosten geflohen. Italien hat nicht zuletzt wegen der Flüchtlinge großes Interesse an Stabilität in Libyen. Italiens südliche Inseln liegen nur rund 300 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Hunderttausende Menschen sind bereits mit Hilfe von Schleuserbanden von dort übers Mittelmeer geflohen und illegal nach Italien eingereist.

Inzwischen wächst in Italien die Angst vor jihadistischen Anschlägen, nachdem im Internet das politische, soziale und religiöse Manifest der IS-Kämpfer in italienischer Sprache erschienen ist. Der Text enthält Propaganda für die IS und den islamischen Staat.

Die italienischen Geheimdienste warnen indes vor einer Anschlagsgefahr in Italien. Jihadistische Kämpfer könnten sich unter Migranten mischen, die aus Libyen nach Süditalien gelangen, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht der Geheimdienste, der dem Parlament in Rom vorgelegt wurde.

apa

stol