Mittwoch, 27. September 2017

Italien führt Integrationsplan für Flüchtlinge ein

Die italienische Regierung hat einen „Integrationsplan“ vorgestellt, mit dem die Eingliederung von anerkannten Flüchtlingen in die Gesellschaft beschleunigt werden soll.

In den Integrationskursen, von denen in einer ersten Phase 74.853 Flüchtlinge profitieren werden, will man Ausländern unter anderem mit der italienischen Verfassung und deren Prinzipien vertraut machen.
In den Integrationskursen, von denen in einer ersten Phase 74.853 Flüchtlinge profitieren werden, will man Ausländern unter anderem mit der italienischen Verfassung und deren Prinzipien vertraut machen. - Foto: © shutterstock

Das Innenministerium plant Integrationskurse, eine bessere Sprachförderung für Kinder sowie bessere Ausbildungschancen für Jugendliche, berichteten italienische Medien am Mittwoch. Der Integrationsplan will unter anderem den Zugang für Flüchtlinge zum Gesundheitssystem und zu Sozialwohnungen erleichtern.

Ausländer mit Gepflogenheiten des Landes vertraut machen

Menschen, die Flüchtlingseinrichtungen verlassen, sollen bei der Suche nach einer Wohnung unterstützt werden. Mit den Kursen, von denen in einer ersten Phase 74.853 Flüchtlinge profitieren werden, will man Ausländern mit der italienischen Verfassung und deren Prinzipien – darunter Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Laizismus des italienischen Staates und Religionsfreiheit – vertraut machen.

Kurse über Fond finanziert

Die Kurse werden über den Fonds zur Flüchtlingsversorgung finanziert. Auch EU-Gelder sollen den Plan mitfinanzieren. An der Umsetzung des Plans beteiligen sich mehrere Ministerien, die Regionen und die Gemeinden. Die Integration soll auch mithilfe ehrenamtlicher Organisationen gefördert werden. Zudem soll das Netz zum Schutz der Opfer von Menschenhandel gestärkt werden. Vor allem Frauen, die sich aus der Prostitution befreien wollen, soll Unterstützung zugesichert werden.

apa

stol