Samstag, 09. Januar 2016

Italien hält an Schengen-Abkommen fest

Italien, das kürzlich Medienberichte über einer Wiedereinführung von Kontrollen an der Grenze zu Slowenien dementiert hat, hält am Schengen-Abkommen fest.

Sandro Gozi
Sandro Gozi - Foto: © LaPresse

 „Italien will Schengen nicht abbauen, sondern jenen Teil des Abkommens verwerten, der bisher nicht genutzt wurde, jenen, der die gemeinsame Sicherheit betrifft“, sagte der Staatssekretär für Europafragen, Sandro Gozi, am Samstag.

„Wir sind für eine europäische Polizei an den gemeinsamen Grenzen. Wir sind für ein Europa, das die Last der Migranten mit einer gemeinsamen europäischen Asylpolitik teilt“, sagte Gozi in einem Interview mit RAI Radio 1.

Gozi reagierte damit auf Aussagen des Chefs der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord, Matteo Salvini, dem zufolge Italien dem Beispiel Dänemarks folgen sollte.

Das Land hatte am Montag vorübergehend wieder Kontrollen an der Grenze zu Deutschland eingeführt und damit wiederum auf die neu geltende Ausweispflicht an seiner Grenze zu Schweden reagiert.

Laut Salvini sollte lediglich die Einwanderung von Katholiken nach Italien erlaubt werden. „Ich bin gegen Moscheen in Italien, solange sich der Islam nicht entwickelt“, sagte er.

Auch im Vatikan wird die Diskussion zum Schengen-Abkommen genau verfolgt. „Ich bin gegen die Schließung der Grenzen. Zugleich kann man auch nicht die Komplexität der Migrationsproblematik ignorieren.

Wenn Personen in ein Land kommen, muss man begreifen, wer sie wirklich sind, was sie machen, und wohin sie gehen wollen“, sagte der Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, Nunzio Galantino.

apa

stol