Donnerstag, 26. April 2018

Italien rechnet mit zunehmenden Kosten für Flüchtlingsversorgung

Trotz der seit 10 Monaten sinkenden Zahl von Migrantenankünften in Italien rechnet die Regierung in Rom 2018 mit zunehmenden Ausgaben für die Flüchtlingsversorgung.

Foto: © APA/AFP

Hatte Italien 2017 4,3 Mrd. Euro für die Versorgung von circa 180.000 Migranten ausgegeben, so werden die Ausgaben 2018 zwischen 4,6 Mrd. Euro und 5 Mrd. Euro betragen, geht aus Regierungsprognosen hervor.

„Die rückgängige Zahl der Ankünfte bedeutet nicht auch einen Rückgang der Zahl der Migranten in den Flüchtlingseinrichtungen des Landes“, hieß es in dem von der Regierung verabschiedeten Dokument für die Wirtschaftsplanung in den nächsten drei Jahren.

174.000 Migranten halten sich zurzeit in Italiens Flüchtlingseinrichtungen auf, teilte die Regierung mit. Das EU-Umverteilungsprogramm habe bisher nur zu „begrenzten Resultaten“ geführt.

In der Hoffnung auf eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik werde Italien weiterhin zwischen 0,26 und 0,28 Prozent seines Bruttoinlandprodukts (BIP) für die Flüchtlingsversorgung und Überwachung der EU-Außengrenzen ausgeben, geht aus dem Dokument hervor.

In den letzten zehn Monaten sind nach Seefahrten über das Mittelmeer 43.166 Migranten eingetroffen. Zwischen 1. Juli 2016 und 20. April 2017 waren es 147.942 gewesen. Die meisten in diesem Jahr eingetroffenen Asylbewerber stammen aus Eritrea, Tunesien, Pakistan, Nigeria und Libyen. Im Rahmen des EU-Relocation-Programms wurden 12.586 Flüchtlinge umverteilt.

apa

stol