Sonntag, 17. Dezember 2017

Italien reduziert Truppen im Irak und nimmt an Afrikamission teil

Italien zieht die Hälfte seiner 1500 Soldaten aus dem Irak ab und bereitet sich zugleich darauf vor, als Teil einer internationalen Koalition Truppen nach Nordafrika zu schicken.

Auch in Afghanistan will Italien seine Truppen reduzieren.
Auch in Afghanistan will Italien seine Truppen reduzieren. - Foto: © shutterstock

Die Trainingsmission in Niger soll die lokalen Sicherheitskräfte für den Kampf gegen Terroristen und Schlepperbanden ausbilden, wie Verteidigungsministerin Roberta Pinotti am Sonntag in einem Interview der Zeitung „La Repubblica“ sagte. Auch in Afghanistan will das Land seine Truppen reduzieren.

Im Irak will Italien konkret das Kontingent zum Schutz des Damms von Mossul reduzieren. Die Ausbildung von iraktischen Soldaten und Polizisten werde aber fortgesetzt, sagte Pinotti. Die neue Mission in Niger soll in den kommenden Wochen vom Parlament beschlossen werden.

Nach Angaben eines Sprechers des Verteidigungsministeriums in Rom will sich Italien zunächst mit 120 Soldaten beteiligen und die Zahl dann möglicherweise auf bis zu 470 erhöhen. Neben Frankreich, den USA und fünf afrikanischen Staaten solle sich auch Deutschland an der Mission beteiligen, hieß es in Rom.

„Für das Europa der Gegenwart und der Zukunft stellt Afrika eine Schlüsselherausforderung dar“, sagte Pinotti. Die geplante Mission sei „der erste Militäreinsatz einer konkreten europäischen Verteidigungsstrategie.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte auf einem Spitzentreffen mit europäischen und afrikanischen Ländern in der Nähe von Paris am Mittwoch einen raschen Start von Anti-Terror-Aktionen in der Sahelzone gefordert, bislang jedoch keine Entsendung deutscher Soldaten angekündigt. Das Verteidigungsministerium in Berlin äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

dpa

stol