Sonntag, 15. Juli 2018

Italien: „Solidarität in der EU ist jetzt Realität“

In der Debatte um das Schicksal von 450 Bootsflüchtlingen begrüßt Italien die Bereitschaft von Frankreich, Malta und Deutschland, insgesamt 150 Migranten aufzunehmen, die sich an Bord von zwei Marineschiffen befinden. Alle Migranten sollen auf mehrere EU-Länder verteilt werden, so der italienische Premier Giuseppe Conte auf Facebook.

Giuseppe Conte begrüßt die Bereitschaft anderer EU-Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen.
Giuseppe Conte begrüßt die Bereitschaft anderer EU-Staaten, Flüchtlinge aufzunehmen. - Foto: © APA/AFP

„Das ist die Solidarität und die Verantwortung, um die wir Europa gebeten haben. Die Resultate konkretisieren sich. Wir machen mit Entschlossenheit und im Respekt für die Menschenrechte auf diesem Weg weiter“, kommentierte Conte.

Der maltesische Premier Joseph Muscat führte ein telefonisches Gespräch mit Conte. Dabei bekräftigte er, dass Malta nicht für den letzten Fall des Fischerboots mit 450 Menschen an Bord verantwortlich sei, das in Richtung Italien unterwegs sei. Trotzdem habe Malta bereits signalisiert, Italien seine Hilfe anzubieten.

Die beiden Schiffe befinden sich unweit von Sizilien. Sie warten auf Anweisungen des italienischen Innenministeriums über den Landehafen. Laut Medienangaben haben die Schiffe Proviant für zwei Tage an Bord.

Mehrere Bischöfe der katholischen Kirche in Italien kritisierten die Blockade. Es müssten humanitäre Korridore und geregelte Zugangsmöglichkeiten geschaffen werden, forderte Ferraras Erzbischof Giancarlo Perego laut der Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Sonntag).

Aus Sicht des Patriarchen von Venedig, Francesco Moraglia, steht beim aktuellen Streit über die Aufnahme von Migranten „die Menschlichkeit, unser Menschlichbleiben“ auf dem Spiel. Es bestehe die „Notwendigkeit, Gleichgültigkeit zu besiegen“, zitiert die Tageszeitung „Avvenire“ den Geistlichen.

apa

stol