Donnerstag, 01. Februar 2018

„Italien und EU tragen Mitschuld an Gewalt gegen Migranten“

Italien und die EU tragen aus Sicht von Amnesty International und Oxfam eine Mitschuld für Folter und Missbrauch Tausender Migranten in Libyen.

Oxfam fordern das Ende von Italiens Unterstützung der libyschen Küstenwache. - Foto: APA/AFP
Oxfam fordern das Ende von Italiens Unterstützung der libyschen Küstenwache. - Foto: APA/AFP - Foto: © APA/AFP

In zwei unterschiedlichen Mitteilungen bezogen sich die Organisationen am Donnerstag auf eine Vereinbarung zwischen Italien und Libyen zur Unterstützung der libyschen Küstenwache und zum Grenzschutz, die vor einem Jahr unterzeichnet wurde.

Wegen dieses „fragwürdigen Deals”, den die EU unterstützt, seien Menschen Folter, willkürlicher Haft, Erpressung und „unvorstellbaren Zuständen in Gefangenenlagern” ausgesetzt, erklärte Amnesty. Oxfam forderte Italien auf, die Vereinbarung aufzukündigen.

Italien unterstützt die Küstenwache des Bürgerkriegslandes unter anderem mit Trainings und Ausrüstung. Laut Amnesty International wurden rund 20.000 Menschen an der Flucht gehindert und zurück nach Libyen gebracht.

Vergangenes Jahr gingen 119.369 im Mittelmeer Gerettete in Italien an Land. Bei dem Versuch, die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt zu überqueren, starben 2017 mehr als 3.100 Menschen - in diesem Jahr bereits mehr als 210.

apa/dpa

stol