Mittwoch, 10. Mai 2017

Italien verschärft Kontrollen in Flüchtlingseinrichtungen

Italien verschärft die Kontrollen in den Flüchtlingseinrichtungen das Landes. „Ich habe 2.130 Kontrollen in den Migranteneinrichtungen angeordnet. Nur wenn man illegale Situationen bekämpft, ist man glaubwürdig“, erklärte Innenminister Marco Minniti in einem Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ am Mittwoch.

Foto: © APA/AFP

Mit den verschärften Kontrollen reagiert Minniti auf den von sizilianischen Staatsanwälten erhobenen Verdacht, wonach mafiöse Organisationen in das Geschäft der Flüchtlingsversorgung eingestiegen seien.

Im Rahmen des nur schleppend verlaufenden EU-Umverteilungsprogramms haben bisher 5.400 Flüchtlinge von insgesamt rund 35.000 Italien verlassen. Das Relocation-Programm müsse aktualisiert werden, fordert der Innenminister.

2016 betraf das Programm hauptsächlich Iraker, Syrer und Somalier. „Heute treffen vor allem Flüchtlinge aus Nigeria, Bangladesch und Guinea in Italien ein. Es ist notwendig, dass Europa das Relocation-Programm ändert“, so Minniti.

Der Staatsanwalt der sizilianischen Stadt Trapani, Ambrogio Cartosio, bestätigte unterdessen am Mittwoch in einer Stellungnahme vor der Verteidigungskommission des Senats, dass es Ermittlungen gebe wegen des Verdachts, dass die Mafia in die Flüchtlingsversorgung involviert sei.

Im Zuge seiner Ermittlungen seien auch Hinweise auf Kontakte zwischen korrupten Mitgliedern der libyschen Küstenwache und Schleppern gefunden worden. Verstrickungen zwischen Menschenhändlern und Hilfsorganisationen, die im Mittelmeer bei der Flüchtlingsrettung im Einsatz sind, schloss Cartosio aus.

apa

stol