Freitag, 09. Dezember 2016

Italien verzeichnete heuer mehr Flüchtlinge als 2015

Italien hat in den elf Monaten dieses Jahres 173.000 Migranten über die Mittelmeer-Route verzeichnet. Dies ist nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex vom Freitag fast um ein Fünftel mehr als im selben Zeitraum 2015.

Laut Frontex kamen wieder mehr Flüchtlinge.
Laut Frontex kamen wieder mehr Flüchtlinge. - Foto: © LaPresse

Im November ging die Zahl der in Italien ankommenden Flüchtlinge mit 13.740 zwar um die Hälfte gegenüber dem Vormonat zurück. Die Zahl sei aber mehr als viermal so hoch wie im November 2015 – trotz schwierigerer Bedingungen auf Hoher See, erklärte Frontex.

„Obwohl sich das Wetter nahe der libyschen Küste verschlechtert hat, haben Menschenschmuggler weiterhin eine große Anzahl von Migranten in seeuntaugliche Boote gedrängt und sie so großer Gefahr ausgesetzt“, betonte die EU-Grenzschutzagentur. Die meisten Geretteten seien im November aus Nigeria und Guinea gekommen.

Weniger Flüchtlinge in Griechenland

Demgegenüber ist die Zahl der Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln gegenüber 2015 stark zurückgegangen. Im November seien 1.950 illegale Grenzübertritte verzeichnet worden, um 42 Prozent weniger als im Oktober.

Von Jänner bis November des laufenden Jahres seien 173.200 Migranten registriert worden, davon die meisten in den ersten drei Monaten des Jahres. Syrer, Afghanen und Iraker sind die bedeutendsten Nationalitäten auf der östlichen Mittelmeer-Route.

Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei

Seit Ende März ist der Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei in Kraft, der Abschiebungen von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei ermöglicht. Im Gegenzug hat sich die EU bereit erklärt, für jeden abgeschobenen Syrer einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufzunehmen.

Die Zahl illegaler Grenzübertritte auf der Westbalkanroute betrug im November laut Frontex 1.130, das sind weniger als 1 Prozent des Wertes vom November 2015. Die meisten nunmehr aufgegriffenen Migranten kommen nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur aus Afghanistan, Pakistan und Syrien.

apa/dpa

stol