Donnerstag, 11. Januar 2018

Italien will im OSZE-Vorsitz neue Partnerschaft im Mittelmeer-Raum

Angesichts der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr hat Italiens Außenminister Angelino Alfano für eine neue Partnerschaft der OSZE-Länder mit den südlichen Anrainerstaaten des Mittelmeers geworben. „In einem großen Ausmaß sind weltweite Sicherheit und Wohlstand abhängig von den Vorgängen in der Mittelmeer-Region“, sagte Alfano bei seiner ersten Rede als Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Donnerstag in Wien.

Italiens Außenminister Angelino Alfano hat für eine neue Partnerschaft der OSZE-Länder mit den südlichen Anrainerstaaten des Mittelmeers geworben.
Italiens Außenminister Angelino Alfano hat für eine neue Partnerschaft der OSZE-Länder mit den südlichen Anrainerstaaten des Mittelmeers geworben. - Foto: © LaPresse

In der Region breiteten sich Fanatismus, gewaltbereiter Extremismus und Terrorismus aus, warnte Alfano vor dem Ständigen Rat der 57 OSZE-Mitgliedsländer. Nur mit den Staaten im nördlichen Afrika und im Nahen Osten zusammen könne die internationale Gemeinschaft die Gefahr bannen. Italien hat seit Jahresbeginn den OSZE-Vorsitz übernommen.

OSZE im diplomatischen Prozess stark engagiert

Zugleich unterstrich der italienische Außenminister die Bedeutung einer Lösung des Ukraine-Konflikts mit Hilfe der OSZE. „Dies ist ein Test für die Glaubwürdigkeit der Organisation“, sagte Alfano. Die OSZE ist aktuell mit rund 1000 zivilen Beobachtern im Kampfgebiet in der Ostukraine und im diplomatischen Prozess stark engagiert. Alfano will am 31. Januar und am 1. Februar in die Ukraine und nach Russland reisen.

In der Ostukraine kämpfen prorussische Separatisten seit vier Jahren gegen ukrainische Regierungstruppen. Die OSZE ist die weltweit größte regionale Sicherheitsorganisation.

dpa

stol